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Ein Blick auf den TEICHLBODEN der Wurzer Alm | Rudolf Stanzel

OSR Rudolf Stanzel aus Windischgarsten beschreibt die Besonderheiten des Teichlbodens auf der Wurzeralm.

Teichlboden auf der Wurzer Alm. Niedermoor mit MĂ€ander, links kennzeichnen Latschen das Hochmoor. (Foto: Windischgarstner Kurier)


Die Wurzeralm bildet ein landschaftlich reizvolles und geologisch hochinteressantes Becken am Ostrand des Warscheneckmassivs. Wir werfen von der SĂŒdseite (Hanlgraben) einen Blick auf den fast brettelebenen Teichlboden. Mangels an GefĂ€lle muss sich die Teichl in vielen Windungen (MĂ€ander) durch das Niedermoor ihren Lauf suchen.

Ein solches Gerinne und ein solches Moor in 1400 m Seehöhe gelegen, kommen sehr selten vor.

Am östlichen, leicht ansteigenden Rand geht das Niedermoor in ein Hochmoor ĂŒber. Es ist an den dunkelgrĂŒnen Latschenstreifen (Schlenken) zu erkennen. Hinter diesem RĂŒcken liegt der kleine Brunnsteinersee, wo die Teichl  ihren ersten Ursprung hat. Der zweite befindet sich im Tal unter der AutobahnbrĂŒcke.

Die nördliche Einfassung des Kessels bildet eine markante Felswand (Stubwieswipfel, Mitterberg, Rote Wand). Dieses Gestein (Plassenkalk) ist rund 100 Mio. Jahre jĂŒnger als der umgebende Dachsteinkalk. Die unterschiedlichen Entstehungszeiten sind auch im heutigen Erscheinungsbild zu erkennen. Der Plassenkalk der erwĂ€hnten Berge bildet eher glatte FelswĂ€nde, KlĂŒfte stehen senkrecht. Das Gestein des Warschenecks zeigt viele meist waagrecht liegende BĂ€nder aus. Er ist gebankt, ein Kennzeichen des Dachsteinkalkes. Besonders Neugierige, die auch vor geologischen Begriffen wie Störung und Decke nicht zurĂŒckschrecken, und eine ErklĂ€rung fĂŒr diese „Jura-Insel im Trias-Meer“ haben möchten, sind eingeladen, sich an mich zu wenden (07562/5397) oder im WIKU 391, 4/2011 nachzulesen.

Rudolf Stanzel, im Juli 2016

 

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