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Marchtrenk 1900-1938. Ein kleines Dorf in schwerer Zeit


Evangelische Schule Jebenstein

Evangelisches Schulleben
1868 erfolgte in √Ėsterreich die Trennung der Schule von der Kirche. Zumindest formal. Seit 1872 gab es die neuerbaute konfessionslose Marchtrenker Schule (im Volksmund ‚Äěalte Schule‚Äú, heute √Ąrztezentrum), in der sowohl katholische als auch evangelische Sch√ľler unterrichtet wurden. Es gab somit zu Beginn des 20. Jahrhunderts die M√∂glichkeit f√ľr Marchtrenker Kinder gemeinsam die Schule zu besuchen, Religionsunterricht wurde f√ľr beide Konfessionen angeboten.

Die Tradition in den alten evangelischen Familien verlangte jedoch den Besuch der evangelischen Schulen in Jebenstein, Wels oder Thening. Nach dem ersten Weltkrieg und später in den 1920er Jahren hat sich die Liberalität des staatlichen Schulwesens stark verändert und die Diskrepanzen zwischen den Konfessionen traten wieder stark hervor. 1938 kam das Ende der konfessionellen Schulen.

Evangelische Schule Jebenstein
Jebenstein ist die √§lteste evangelische Schule in unserem Einzugsgebiet. Bereits 1783 von der Pfarrgemeinde Scharten errichtet und gemeinsam mit der Pfarre Thening 1904 neu gebaut (heute Jebenstein Nr. 14). Die meisten Marchtrenker Sch√ľler aus alten evangelischen Familien besuchten diese Schule in Jebenstein.

Im ersten Stock war ein Andachtsraum mit einem Harmonium, in dem bis zum Verkauf des Gebäudes 1971 regelmäßig Gottesdienste und Andachten gehalten wurden. Entweder von den Schartner und Theninger Pfarrern oder von Herr Sikora bzw. Schwester Emma Bernhard.

Text: Walter Wöhrer, 2018
 


"Marchtrenk 1900-1938. Ein kleines Dorf in schwerer Zeit" - Dokumentation einer Ausstellung des Museumsvereins Marchtrenk - Welser Heide vom 20. bis 28. Oktober 2018 im Full Haus Marchtrenk.

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