Forum OÖ Geschichte

Auf den Spuren der frühen Mühlviertler. Zwei eiszeitliche Jägerstationen in Perg/Weinzierl


DIE JÜNGERE STEINZEIT (Neolithikum - ca. 5.600 Jahre bis ca. 2.000 Jahre v. Chr.)

In Mitteleuropa sind die ersten Bauern vor etwa 7.600 Jahren angekommen. Die Menschen aus Südost bauten feste Siedlungen und brachten eine andere, neue Lebensart in das damals dicht bewaldete Mitteleuropa, wo noch kleine Jäger- und Sammlergruppen des Mesolithikums (Mittlere Steinzeit) existierten. Die Einwanderer brachten domestizierte Ziegen, Schafe, Rinder sowie Getreidesorten und Hülsenfrüchte mit. Weideflächen, Ackerland und Siedlungsplätze mussten mühsam durch Brandrodung und mit Steinäxten der Natur abgerungen werden.

Die Felder wurden mit Erbsen, Linsen, Einkorn, Gerste, Hirse und Emmer bestellt. Jagd und Fischfang trugen sicherlich auch weiterhin zur Ernährung bei, wobei aber die produzierende Wirtschaftsform von nun an vorherrschend war. Die neue Lebens- und Wirtschaftsweise waren Voraussetzung für Zivilisation und Hochkulturen. Für die rasch fortschreitende Landwirtschaft gab es revolutionäre technologische Erfindungen. Geschliffene Steinbeile in verschiedenen Varianten dienten zum Bearbeiten von Holz und Ackerscholle. Grabstock und Erntemesser erleichterten die Feldarbeit. Mit Reibstein, Läufer und Mörser wurde Getreide gemahlen und Backofen, Spinnwirtel und Webstuhl gehörten zum Standardinventar der Großfamilien. Verschiedenartig gebrannte Keramikgegenstände wurden hergestellt, Vorratshaltung und eine Art Arbeitsteilung setzte sich durch.

In der Jungsteinzeit war vielfach nicht nur die Funktion des Gerätes wichtig, sondern es wurde auch auf Formgebung, Verzierung und Design geachtet.

 


Autoren: Helmut Ardelt und Franz Moser, 2018 (auf Basis der angeführten Literatur und Quellen)
 


Auf den Spuren der frühen Mühlviertler. Zwei eiszeitliche Jägerstationen in Perg/Weinzierl. Dokumentation der Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg vom 28. April bis 28. Oktober 2018.

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