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Auf den Spuren der frühen Mühlviertler. Zwei eiszeitliche Jägerstationen in Perg/Weinzierl


DAS AURIGNACIEN (vor 43.000 – 33.000 Jahren)

Hinter dem Aurignacien steht bereits der anatomisch moderne Mensch. Bei den Steingeräten setzen sich Klingen aus Feuerstein durch. Knochen und Geweih als Werkstoffe gewinnen an Bedeutung.

Dieser Zeitabschnitt ist in Österreich vor allem für Niederösterreich gut belegt, wie die Fundstellen von Willendorf, Krems-Hundsteig und Stratzing/Krems-Rehberg zeigen.

Aus Stratzing stammt beispielsweise die bekannte „Fanny“, die Figur einer tanzenden Frau.

In Oberösterreich fehlten jedoch lange Zeit Funde aus dem Aurignacien. Dies änderte sich jedoch mit der Entdeckung der Fundplätze in Perg/Weinzierl. Hier weisen Funde von zahlreichen charakteristischen Steinartefakten sowie von durchlochtem Muschelschmuck auf zwei Lagerplätze dieser Zeit hin.

Beigabenreiche Bestattungen deuten auf einen ausgeprägten Jenseitsglauben hin.

Rote Farbe als Symbol für das Leben hat eine große Bedeutung.

 


Autoren: Helmut Ardelt und Franz Moser, 2018 (auf Basis der angeführten Literatur und Quellen)
 


Auf den Spuren der frühen Mühlviertler. Zwei eiszeitliche Jägerstationen in Perg/Weinzierl. Dokumentation der Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg vom 28. April bis 28. Oktober 2018.

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