Forum O√Ė Geschichte

Städteverwaltung


Städtisches Beamtenwesen
Die Form der Verwaltung einer r√∂mischen Provinzstadt glich im Wesentlichen der der Hauptstadt Rom. An der Spitze der Beamtenschaft standen zwei Oberbeamte, welche sich als Ilviri iure dicundo bezeichneten. Dadurch wurde ausgedr√ľckt, dass ihnen in beschr√§nktem Rahmen richterliche Befugnisse zustanden. Ihnen zur Seite standen zwei aediles, die sich um die Marktaufsicht und die Wasser- und Lebensmittelversorgung, die Errichtung und Erhaltung der √∂ffentlichen Bauten sowie um die Ausrichtung von Spielen als Volksbelustigung k√ľmmerten. Die st√§dtischen Finanzen betreute als Kassenverwalter ein quaestor. F√ľr die untergeordneten, meist handwerklichen T√§tigkeiten sorgten gemeindeeigene Sklaven.

Nach Ablauf ihrer einj√§hrigen Amtszeit wurden alle Beamten Mitglieder des Gemeinderates (ordo), dem in der Regel 100 Personen (decuriones) angeh√∂rten. Neben den gewesenen Beamten, deren Wiederwahl m√∂glich war, wurden alle f√ľnf Jahre durch die dazu mit zensorischen Befugnissen ausgestatteten Ilviri quinquennales auch Kaufleute und Gutsbesitzer, die in den im Umland der Stadt liegenden Gutsh√∂fen (villae rusticae) wohnten, in den Gemeinderat aufgenommen. Da alle st√§dtischen √Ąmter nicht besoldet waren, musste ein gewisses Eigenverm√∂gen den finanziellen R√ľckhalt f√ľr die √úbernahme des Amtes bilden.

Vereinsleben in den Städten
Allen B√ľrgern, auch denen, die nur √ľber ein bescheidenes Verm√∂gen verf√ľgten, blieb es unbenommen, sich in Vereinen aller Art zusammenzuschlie√üen. Wir kennen Spar-, Kult- und Veteranenvereine, eine Art von freiwilliger Feuerwehr und Vereinigungen zur patriotischen Erziehung der Jugend. Aus Lorch beispielsweise ist ein Jugendverein bekannt.


Autor: Gerhard Winkler, 2006

 

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