Forum O√Ė Geschichte

Ein römisches Gräberfeld


Außerhalb der römischen Stadt Ovilava, dem heutigen Wels, breiteten sich die Gräberfelder entlang einer antiken Ost-West-Durchzugsstraße aus. Diese entspricht in etwa dem Verlauf der heutigen Bundestraße 1.

Nach römischem Gesetz war es verboten innerhalb einer Siedlung beerdigt zu werden. Den Römern war es aber wichtig, dass man sich nach ihrem Tod an sie erinnerte. Deshalb entstanden die Gräberfelder entlang der Straßen. Dort wurden auch Grabsteine mit Inschriften errichtet, welche die Vorbeiziehenden auf Titel und Taten der Verstorbenen aufmerksam machten.
Bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. waren Brandbestattungen √ľblich.

Nach der Ein√§scherung auf einem Verbrennungsplatz, Ustrina genannt, sammelte die anwesende Familie den Leichenbrand in einem Gef√§√ü. Die Urne wurde gemeinsam mit Beigaben wie Keramik, Lampen, R√§cherkelchen, Bronzeschalen, Parf√ľmfl√§schchen aus Glas - den so genannten Balsamarien - und Schmuck in einer Grube beigesetzt. Auch Figuren aus speziellem wei√üem Ton (Pfeifenton) wurden mitgegeben. Letztere stellten Gottheiten oder Tiere dar.
Das Ende der Feierlichkeit bildete ein Totenmahl, das direkt am Grab stattfand.
Expermientelle Forschungen ergaben, dass die Verbrennung etwa sieben bis zehn Stunden dauerte und dabei ca. drei Raummeter Holz benötigt wurden.

Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. setzte sich immer mehr die Körperbestattung durch, wobei aber auch die Brandbestattung weiterhin praktiziert wurde. Der Leichnam wurde in einem Sarkophag, der je nach Vermögen aus Holz, Ziegelplatten, Stein oder Metall war, oder nur in ein Leichentuch eingewickelt, beigesetzt.

Autorin: Renate Miglbauer, 2007


Eine Dokumentation zur Ausstellung "Spurensuche Archäologie" im Stadtmuseum Wels - Minoriten vom 4. Mai bis 14. Oktober 2007.

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