Forum OÖ Geschichte

Brandbestattungen


Im freigelegten Welser GrĂ€berfeld waren zahlreiche Urnenbestattungen beinahe vollstĂ€ndig erhalten. Sie lagen ca. 90 bis 120 Zentimeter unter dem heutigen Straßenniveau. Manchmal wurden gleich zwei Urnen in einer Grabgrube beobachtet. Außerdem stellten sich zwei unterschiedlich tiefe Horizonte der Brandbestattungen heraus. Die GrĂ€ber waren 80 bis 100 Zentimeter voneinander entfernt, dies sowohl in Ost-West- als auch Nord-SĂŒd-Richtung.

Die Urnenbestattungen mussten oberflĂ€chlich gekennzeichnet gewesen sein, da tieferliegende KörpergrĂ€ber diese nicht störten. Da wĂ€hrend der gesamten Grabung kein Steinmonument aufgefunden wurde, muss vielfach mit Holzstelen gerechnet werden. Damit war einerseits der Besitzanspruch des GrundstĂŒckes demonstriert und die Angehörigen wussten, wo sie sich an Fest- und Jahrestagen der Toten einzufinden hatten.

Abgesehen von den UrnengrĂ€bern zeigten sich im Ostteil des Grabungsfeldes so genannte BrandschĂŒttungsgrĂ€ber. Das bedeutet, dass die verbrannten Knochen in einem BehĂ€ltnis aus organischem Material in die Grabgrube gelegt wurden und zum Schutz mit einem verkehrt darĂŒber gestĂŒlpten Tonteller abgedeckt worden waren. Diese UrnengrĂ€ber enthielten Beigaben, zumeist eine Tonlampe und/oder ein Tontöpfchen. Da die BrandschĂŒttungsgrĂ€ber sich in den obersten Erdschichten befanden, wurden wahrscheinlich aber viele bereits bei der Anlage des Parkplatzes weggerĂ€umt.

Zu den Urnenbestattungen sind auch vier Steinkisten zu zĂ€hlen. Sie haben eine quadratische, runde oder rechteckige Form mit gewölbtem Deckel und waren aus dem leicht zu bearbeitenden SĂŒĂŸwassertuff gemeißelt, der in der nĂ€heren Umgebung von Wels gebrochen wurde.

Autorin: Renate Miglbauer, 2007


Eine Dokumentation zur Ausstellung "Spurensuche ArchÀologie" im Stadtmuseum Wels - Minoriten vom 4. Mai bis 14. Oktober 2007.

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