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Adam Graf Herberstorff


Wechsel der Konfession

Am 15. April 1585 in Kalsdorf (Steiermark) geboren, trat Herberstorff nach Abschluss des Studiums der Rechte in den Dienst des protestantischen Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neuburg. Als die dortige Herrschaft im Jahre 1616 an die katholische pfalz-neuburgische Linie überging, konvertierte er auch zum katholischen Glauben und konnte seine Karriere als Landeskommissar bzw. Statthalter von Neuburg nahtlos fortsetzen.
Seit 1619 als Rittmeister in bayerischen Diensten, beteiligte er sich an der Unterwerfung des Landes ob der Enns, das als Kompensation für militärische Hilfen am 30. Juni 1620 an den bayerischen Herzog verpfändet wurde und dem die obderennsischen Stände am 20. August 1620 huldigen mussten.

Statthalter und Landeshauptmann

Mit diesem Tag wurde Herberstorff von Herzog Maximilian I. von Bayern zum Statthalter im Land ob der Enns bestellt und damit Chef der bayerischen Verwaltung in Linz. Im Zuge der politischen Gegenreformation – die Mandate aus den Jahren 1624 und 1626, die  Ausweisung der Anhänger Luthers betreffend – ließ Herberstorff am Haushamerfeld in Frankenburg ca. 5000 Bauern zusammentreiben und 38 angesehene Vertreter der Bauernschaft vor ihnen im so genannten Frankenburger Würfelspiel um ihr Leben würfeln. Im daraus resultierenden oberösterreichischen Bauernkrieg 1626 konnten Herberstorffs Truppen die Bauernaufstände schließlich niederschlagen.
Herberstorff blieb zunächst noch Statthalter, das Land gelangte erst am 5. Mai 1628 wieder in kaiserlichen Besitz. Kaiser Ferdinand II. ernannte im August 1628 den vor allem bei den Bauern verhassten ehemaligen Statthalter Graf Herberstorff, der seit 1624 eine Reihe obderennsischer Herrschaften erworben hatte, nun zum Landeshauptmann. Herberstorff starb allerdings am 11. September 1629 und wurde in der Pfarrkirche Altmünster beigesetzt, wo man 1973 seine Gruft wiederentdeckte.

Verhasster Gegenreformator
Vor allem das Blutgericht am Haushamerfeld machte Herberstorff zum meistgehassten Kriegsherrn und tyrannischen Gegenreformator in Oberösterreich, obwohl er sich in der Kriegspraxis von anderen militärischen Obristen der Zeit wohl kaum unterschied. Die bayerische Fremdherrschaft hatte das Land dem fürstlichen Absolutismus und der Gegenreformation gefügig gemacht. Der Volksmund tradiert dies hartnäckig in der kurzen Formel: „Dich werden wir noch katholisch machen.“


Autor: Johannes Ebner, 2010

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