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Johannes Kepler


Harte Kindheit

Die Biografie Johannes Keplers war bewegt wie die Zeit, in die er hineingeboren wurde. Er wurde am 27. Dezember 1571 in der ĂŒberwiegend katholischen Freien Reichsstadt Weil (30 km westlich von Stuttgart, zwischen Neckar und Schwarzwald) in eine lutherische, begĂŒterte Familie geboren. In England wurden gerade die Katholiken verfolgt, Spanien gewann nach der Seeschlacht bei Lepanto 1571 gegen die TĂŒrken die Vorherrschaft im Mittelmeergebiet. Ein Jahr spĂ€ter wurden in Paris 2000 protestantische Hugenotten in der BartholomĂ€usnacht ermordet. 1572 kam schließlich Papst Gregor XIII., der Förderer der Jesuiten, auf den Stuhl Petri.
1573 verließ Keplers Vater, Heinrich Kepler, die Familie und die unglĂŒckliche Ehe. Der Vater hatte sein ganzes Vermögen verloren, nachdem er zwischenzeitlich ein Gasthaus in Ellmendigen bei Pforzheim erworben und betrieben hatte. Johannes musste im Betrieb mithelfen und konnte nur teilweise die Schule besuchen. Sein Lehrer erkannte aber seine Begabung und unterstĂŒtzte ihn tatkrĂ€ftig.

Studium in TĂŒbingen

FĂŒr das Studium und den Aufenthalt im Evangelischen Stift in TĂŒbingen erhielt Kepler ein Stipendium, verknĂŒpft mit der Erwartung, nach dem Theologiestudium Pfarrer zu werden, da es an diesen mangelte. Im Studium der Lutherischen Theologie litt Kepler allerdings unter den heftigen Streitigkeiten ĂŒber die Abendmahlslehre und die schroffe Verurteilung der Lehre Johannes Calvins. Diese war vor allem in der Konkordienformel von 1577 so artikuliert und formuliert. Gedacht war die Formel als Einigung der lutherischen Kirchen nach dem Tod Luthers und als Abgrenzung gegen die Schweizer Reformatoren (Ulrich Zwingli, Johannes Calvin u. a.) sowie den milden Philipp Melanchthon.
Die WĂŒrttembergische Landeskirche war streng dogmatisch lutherisch. Sie erlaubte keinerlei Abweichung von der Konkordienformel, jeder angehende Pfarrer hatte sie zu unterschreiben. Kepler wollte aber nicht Mitchristen verurteilen, die das Geheimnis des Heiligen Mahles etwas anders verstanden als Luther. SpĂ€ter meinte Kepler, seine Berufung nach Graz habe ihn einer Entscheidung in diesem Konflikt enthoben.

Lehrer in Graz

Dieser Ruf nach Graz an die dortige protestantische Landschaftsschule erreichte Kepler 1594. Dort suchte man einen neuen Lehrer fĂŒr Mathematik. Keplers besondere Begabung in diesem Fach war bekannt geworden, da die beiden StĂ€dte Graz und TĂŒbingen in engem Kontakt standen. Mit Zustimmung seiner Vorgesetzten zog Kepler nun nach Graz, fand in der Stadt aber schwierige VerhĂ€ltnisse vor. Erzherzog Karl hatte die Jesuiten ins Land gerufen und unterstĂŒtzte die 1585 gegrĂŒndete JesuitenuniversitĂ€t. Diese machte der protestantischen Stiftsschule massive Konkurrenz. Die Schule hatte kein Geld, die StĂ€nde wollten weniger zahlen, seitdem auch BĂŒrgersöhne in die Schule aufgenommen worden waren. Der geringe Gehalt eines Lehrers reichte so kaum fĂŒr den Lebensunterhalt eines Junggesellen. Daher war Kepler gezwungen NebeneinkĂŒnfte zu finden. Er war nicht nur als Mathematikprofessor berufen, sondern sollte auch alljĂ€hrlich einen Kalender mit astrologischen und meteorologischen Prognostica erstellen.
Die Astrologie war damals, wie auch heute wieder, sehr populĂ€r. Sie war sogar noch ein Unterrichtsfach an der ArtistenfakultĂ€t, wurde aber in Gelehrtenkreisen zunehmend bekĂ€mpft. FĂŒr Luther war sie Aberglaube und gegen das erste Gebot gerichtet; sie sei auch durch nichts bewiesen und ihre Aussagen seien sehr oft falsch. FĂŒr Kepler brachte die Astrologie jedoch klingende MĂŒnze. Er meinte auch, sie enthalte immerhin allgemeine Lehren und Wahrheiten und Kepler vermutete, dass es eine gewisse Einwirkung von Gestirnskonstellationen auf Erde und Mensch gĂ€be, wenngleich diese nicht bewiesen werden könne. Bekannt ist zudem Keplers spĂ€ter erstelltes Horoskop fĂŒr Albrecht von Wallenstein. Dieser hielt sich bei persönlichen Entscheidungen sklavisch daran, auch wenn vielen daraus ein Nachteil erwuchs.

Kepler verdrĂ€ngte zunĂ€chst seine Schulsorgen durch die Euphorie ĂŒber die Entdeckung des „Weltgeheimnisses“. UnermĂŒdlich arbeitete er 1595 und 1596 an seinem Mysterium cosmographicum. 1597 reiste er nach TĂŒbingen, um die Drucklegung seines ersten Buches zu besorgen. Zugleich erfuhr er von seinem lebensbedrohlich erkrankten Vater.
In Graz bahnten inzwischen Heiratsvermittler seine Verehelichung mit der erst 23-jĂ€hrigen zweifachen Witwe Barbara MĂŒller an. Sie galt als gute Partie. Am 27. April 1597 fand in der evangelischen Stiftskirche in Graz die Heirat statt. 1598 und 1599 wurden ein Sohn und ein MĂ€dchen geboren, die jedoch innerhalb kurzer Zeit starben.

Nach Erzherzog Ferdinands Amtsantritt verschlechterte sich die Situation der Evangelischen in Graz dramatisch. 1598 wurde den evangelischen Predigern jede AmtsausĂŒbung verboten, im September desselben Jahres auch das ganze evangelische Stifts-, Kirchen- und Schulwesen. 1600 mussten sich alle Grazer zu ihrer jeweiligen Konfession bekennen. Kepler zĂ€hlte zu denen, die weiterhin evangelisch bleiben wollten. Diese wurden innerhalb von 45 Tagen verbannt. Damit endete Keplers Grazer Zeit.

Kaiserlicher Astronom in Prag
1600 ĂŒbersiedelte Kepler nach Prag. Diese Zeit war zunĂ€chst von stĂ€ndiger Krankheit und wirtschaftlicher Not geprĂ€gt. Kepler verfĂŒgte ĂŒber keine teuren und exakten Messinstrumente, um seine astronomischen Theorien zu belegen. Seine Instrumente waren nur aus verĂ€nderlichem Holz hergestellt. Der bedeutende dĂ€nische Astronom Tycho Brahe, Hofastronom von Kaiser Rudolf II., war dagegen finanziell gut gestellt und mit Messinstrumenten bestens ausgestattet. Er war von Keplers Wissen und seinem Buch der Weltgeheimnisse beeindruckt und lud ihn zur Zusammenarbeit ein.
ZunĂ€chst schien eine gute Kooperation mit ihm möglich. Doch Brahe und Kepler waren charakterlich zu unterschiedlich. Zudem war Brahe sehr sparsam mit der Offenlegung seiner Beobachtungsdaten. Kepler fĂŒhlte sich zum „Rechenknecht“ erniedrigt. 1601 starb Brahe 54-jĂ€hrig an einer Nierenkolik. Nun wurde Kepler zum kaiserlichen Mathematiker berufen. Damit hatte er auch freien Zugang zu Brahes Bobachtungsschatz, der fĂŒr seine eigenen Forschungen eine wichtige Grundlage darstellte. Kepler vergaß aber nie, auf die großen Verdienste seines VorgĂ€ngers hinzuweisen.

Aufbauend auf Brahes Forschungsergebnissen konnte Kepler nun die Richtigkeit des kopernikanischen Systems, mit dem ihn bereits sein Lehrer Michael MĂ€stlin in TĂŒbingen vertraut gemacht hatte, wissenschaftlich fundiert beweisen. 1609 veröffentlichte Kepler sein erstes und zweites astronomische Gesetz:

1.: Die Laufbahn der Planeten ist nicht, wie bisher gelehrt, ein Kreis, sondern eine Ellipse.

2.: Je weiter der Planet von der Sonne in seinem Lauf entfernt ist, desto langsamer bewegt er sich.

1611 gab es in Prag politische Wirren, fremde Truppen brachten Seuchen in die Stadt. Keplers Kinder erkrankten an den Pocken. Friedrich, der Liebling der Eltern, starb. Im Juni reiste Kepler nach Linz, um sich an der hiesigen Landschaftsschule zu bewerben. Bei seiner RĂŒckkehr fand er seine Frau krĂ€nkelnd vor. Sie starb am 3. Juli 1611 und wurde zwei Tage spĂ€ter begraben. Kepler stand mit seinen Kindern nun alleine da. Schließlich wurde der Kaiser im Zuge der Auseinandersetzungen mit seinem Bruder Matthias entmachtet. Kepler fand in Prag keine Lebensgrundlage mehr vor und verließ die Stadt Richtung Linz.

Übersiedlung nach Linz

Hier kam er im Mai 1612 an. In Linz wohnte der Witwer vermutlich zuerst im Jörgerschen Haus (heute Hofgasse Nr. 23, angrenzend an die Linzer Schlossmauer), dann im Haus gegenĂŒber dem alten Rathaus (heute Rathausgasse Nr. 5). So hatte er seine Bleibe in der NĂ€he seines Arbeitsplatzes, dem StĂ€ndehaus (heute Landhaus). Im StĂ€ndehaus wurde im ersten Stock eine evangelische Schule, die Landschaftsschule, eingerichtet. Der heute so genannte Steinerne Saal im Landhaus wurde 1611 zu einer evangelischen Kirche mit Kuppe und Stichkappen ausgebaut, nachdem der Kaiser den StĂ€nden den Kauf der Kirche des aufgelassenen Minoritenklosters untersagt hatte.
Kepler wurde zum Lehrer fĂŒr Mathematik, Philosophie und Geschichte an der Landschaftsschule bestellt. Daneben sollte er – aus militĂ€rischen Überlegungen – eine genaue Karte des Landes zeichnen. Dies brachte eine beschwerliche Vermessungsarbeit mit sich, von der Kepler allerdings bald wieder befreit wurde. Die Karte wurde so nicht vollendet.

Konflikt mit Daniel Hitzler
In Linz bereitete Kepler ausgerechnet sein Studienkollege aus WĂŒrttemberg, der evangelische Linzer Stadtpfarrer und Superintendent des Landes ob der Enns Daniel Hitzler (Hizler), große Probleme. Der strenge Lutheraner und WĂ€chter der Lehre verlangte auch von Kepler, der sich wiederholt zu theologischen Fragen geĂ€ußert hatte, die Unterschrift unter die bereits erwĂ€hnte Konkordienformel zu setzen. Kepler verweigerte diese aber. Daraufhin schloss ihn Hitzler vom Heiligen Abendmahl in Linz aus. Kepler erhielt dieses aber von Predigern, die bei befreundeten Adeligen in deren Schlosskapellen tĂ€tig waren, so etwa im Schloss des calvinisch Gesinnten Georg Erasmus Freiherr von Tschernembl in Schwertberg.

Verehelichtung mit Susanne Reuttinger
Wie schon in Graz machte sich Kepler auch in Linz auf Brautschau. Unter elf Kandidatinnen wĂ€hlte er die Tischlertochter Susanne Reuttinger aus Eferding zur Frau, die unter der Obhut der Starhemberger im Schloss zu Eferding aufgewachsen war. Sie schien auch eine gute Mutter fĂŒr seine Kinder zu sein. Der evangelische Stadtpfarrer von Eferding traute das Paar. Zwei Tage spĂ€ter, am 30. Oktober 1613, ließ Baron Starhemberg im Gasthaus zum Goldenen Löwen am Stadtplatz von Eferding dann groß auftischen. Sieben Kinder wurden in den folgenden Jahren geboren und die meisten im Steinernen Saal des Landhauses getauft.

Eine andere Sorge machte Kepler in seiner Linzer Zeit zu schaffen. Seit 1615 wurde gegen seine Mutter wegen Hexerei ermittelt. Sie floh zu ihrem Sohn nach Linz, dann zu ihrer Tochter nach Heumaden bei Stuttgart. Dort fanden sie HÀscher und warfen sie in den Kerker. Sechs Jahre musste Kepler immer wieder seine Arbeit unterbrechen und zu ihr nach Deutschland reisen, um die Anschuldigungen mit der ganzen AutoritÀt, die er bereits hatte, zu entkrÀften. Endlich wurde seine Mutter wieder freigelassen. Sie starb jedoch sechs Monate nach ihrer Entlassung aus dem Kerker.

Wissenschaftlich fruchtbare Linzer Jahre

Neben allen Problemen waren Keplers 14 Linzer Jahre wissenschaftlich sehr fruchtbar. In Linz verfasste er etliche seiner 23 Schriften und Werke astronomischer, mathematischer und philosophischer Art. FĂŒr SchĂŒler publizierte er ab 1618 – dem Jahr, in dem der 30-jĂ€hrige Krieg begann – einen Grundriss der kopernikanischen Astronomie. Diese Schrift wurde prompt vom Vatikan verboten. Eine Erde, die sich um ihre eigene Achse dreht und dabei um die Sonne kreist, lief nach Meinung Roms dem biblischen Weltbild zuwider.

Drittes Kepler'sches Gesetz
1618 entdeckte Kepler das dritte nach ihm benannte Gesetz, das erstmals die exakte Beziehung zwischen der Bahn und der UmlauFzeit eines Planeten um die Sonne herstellt. Dieses Gesetz gilt auch fĂŒr jene Planeten, die erst lange nach Keplers Tod entdeckt wurden: Uranus, Neptun und Pluto. Bei seinem dritten Gesetz sprach Kepler von einem „harmonischen Gesetz“. Er glaubte, dass es eine musikalische Harmonie gibt, die den Schöpfer im Sonnensystem verewige:
„Ich fĂŒhle mich von einer unaussprechlichen VerzĂŒckung ergriffen ob des göttlichen Schauspiels der himmlischen Harmonie: Wir sehen hier, wie Gott gleich einem menschlichen Baumeister, der Ordnung und Regel gemĂ€ĂŸ, an die Grundlegung der Welt herangetreten ist.“
Kepler vertrat also die Überzeugung, alles entspringe einem göttlichen Plan, in dem absolute Harmonie vorherrsche. Die drei Kepler’schen Gesetze waren die Grundlage fĂŒr viele weitere geniale Forscher. So gelang es etwa Isaac Newton, aus ihnen das Gravitationsgesetz abzuleiten.

Harmonices Mundi
Weiters gab Kepler die fĂŒnf BĂŒcher der Weltharmonik heraus (Harmonices Mundi Libri V), die sich mit Geometrie, Arithmetik, Musik, Astrologie und Astronomie befassten. Sie wurden, so wie sein erstes im Druck herausgegebenes Werk Stereometria doliorum (1615), beim Linzer Buchdrucker Johannes Planck gedruckt.

Tabulae Rudolfinae
Zu beenden galt es ein altes Auftragswerk Kaiser Rudolfs II., die Rudolfinischen Tafeln (Tabulae Rudolfinae), doch die Arbeiten daran gestalteten sind schwierig und langwierig, insgesamt arbeitete Kepler 22 Jahre an deren Fertigstellung. Mit Hilfe der Rudolfinischen Tafeln sollten Astrologen, Astronomen, Kalendermacher und Seefahrer kĂŒnftig Planetenstellungen genauer ermitteln können. Das Werk enthielt auch astronomische Tafeln zur Berechnung des Sonnen- und Mondortes fĂŒr jede Zeit vor und nach Christi Geburt. Diese zu erstellen gelang Kepler mit einer bis dahin unerreichten Genauigkeit. Die Rudolfinischen Tafeln waren ĂŒber 200 Jahre hinweg das beste astronomische Hilfsmittel. Aber es fehlte vorerst das Geld zum Druck; erst 1627 konnten die Tafeln in Ulm gedruckt werden.

Vorahnungen zur Raumfahrt
Auch viele fĂŒr uns heute selbstverstĂ€ndliche AusrĂŒcke gab es vor Kepler noch nicht: Kreis, WĂŒrfel, Kegel, Wurzel und FlĂ€che sind Eindeutschungen bis dahin ĂŒblicher lateinischer Bezeichnungen, die auf Kepler zurĂŒckgehen. Und die fĂŒr uns schon fast alltĂ€glichen Fahrten in den Weltraum hielt er ebenfalls fĂŒr möglich, wenn er meinte: „[
] es werden Menschen kommen, die sich vor solcher Weite nicht fĂŒrchten“.

Schlacht am Weißen Berg
Nach der Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 strömten tausende bayerische Soldaten, Steuerbeamte, katholische Pfarrer und Jesuiten ins Land. 1624 erließ Ferdinand zudem sein „Reformationspatent“, das die Ausweisung aller evangelischen PrĂ€dikanten und Schulmeister binnen acht Tagen anordnete. Die ĂŒbrige Bevölkerung musste sich innerhalb von sechs Monaten entscheiden, ob sie wieder römisch-katholisch werden oder das Land verlassen wollte. An die 100.000 verließen Oberösterreich und das Waldviertel. Es folgte ein lang anhaltender katastrophaler wirtschaftlicher Niedergang fĂŒr das Land. Auch die Landschaftsschule wurde geschlossen.

Kepler war als kaiserlicher Beamter zunĂ€chst nicht von der Ausweisung betroffen, doch am 31. JĂ€nner 1626 – im Jahr des großen oberösterreichischen Bauernkriegs – wurde seine Bibliothek versiegelt. Es könnten ketzerische BĂŒcher darunter sein. „Wie soll ich arbeiten, wenn mir der Zugang zu den wissenschaftlichen Grundlagen verwehrt wird“, vermerkte er.
Seine Kinder wurden zur Teilnahme an der katholischen Messe gezwungen. Schließlich resignierte Kepler und verließ am 20. November 1626 mit seiner Frau und drei Kindern die Stadt. Im selben Jahr belagerten aufstĂ€ndische Bauern Linz. Ein Raub der Flammen wurde dabei auch die Druckerei von Johann Planck, der einige Werke Keplers im Druck herausgebracht hatte.
Nach seinem Weggang aus Linz war Kepler fĂŒr Albrecht von Wallenstein tĂ€tig. Am 15. November 1630 starb Kepler in Regensburg.

Hymnus des Johannes Kepler

Groß ist unser Herr und groß seine Macht und seine Weisheit ohne Ende.
Lobt ihn ihr Himmel, lobt ihn, Sonne, Mond und Planeten in der Sprache,
die euch gegeben ist, euren Schöpfer zu loben.
Lobt ihn, ihr himmlischen Chöre, lobt ihn, ihr Beurteiler dieser Harmonien.
Und auch du meine Seele singe, singe die Ehre des Herrn,
solange es dir vergönnt ist.
Von ihm, durch ihn und zu ihm sind alle Dinge,
das, was wir noch nicht kennen, und das, was uns bekannt ist.
Ihm sei Lob, Ehre und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Ich danke dir, Schöpfer und Herr, dass du mir diese Freude an deiner Schöpfung,
das EntzĂŒcken ĂŒber die Werke deiner HĂ€nde geschenkt hast.
Ich habe die Herrlichkeit deiner Werke den Menschen kundgetan,
so weit mein endlicher Geist deine Unendlichkeit zu fassen vermochte.
Wo ich etwas gesagt habe, was deiner unwĂŒrdig ist,
oder wo ich der eigenen Ehre nachgetrachtet habe,
das vergib mir in Gnaden.

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