Forum O├ľ Geschichte

Thomas Lansius ÔÇô ein Sohn des Marktes Perg


Der Markt Perg zur Zeit von Thomas Lantz
Der Markt Perg war seit dem Mittelalter wegen seiner M├╝hlsteinbr├╝che und dem Hafnergewerbe bekannt.

Dass Thomas Lansius in seiner Jugend den Marktplatz auch mehr als zweihundert Jahre zuvor so [Anm. d. Red.: wie auf dem Bild "Markt Perg beim Brand 1802" ] vorgefunden hat, w├Ąre reine Spekulation. Jedenfalls fehlten die Kalvarienbergkirche, der Karbrunnen und der hl. Nepomuk. Die Kirche hatte bereits die heutigen Ausma├če, der Turm hatte jedoch ein Satteldach (heute Pyramidendach). Die Fresken aus dem 16. Jahrhundert sind auf dem Gem├Ąlde nicht sichtbar, auch das Seifensiederhaus stand bereits, wenn auch ohne Erker.

Marktrichter
1565 best├Ątigte Kaiser Maximilian II. den Pergern ihre Rechte und Freiheiten aufs Neue. Extra erw├Ąhnt wurde das Privileg der freien Wahl des Marktrichters und der R├Ąte. In den Ratsprotokollen beginnt daher die Liste der Marktrichter im Jahr 1566. Lienhard Lantz, der Vater von Thomas Lansius, wird im Jahr 1596 als Marktrichter angef├╝hrt. Er war mit Anna Weiglin, B├╝rgerstochter, verheiratet und von Beruf Tuchscherer.


In der Ausstellung:

  • Keramik aus Perg
  • Urkunde ├╝ber die Best├Ątigung der Handwerksordnung der M├╝hlsteinhauer durch den Kaiser und ein Gewichtssatz.
  • Blick auf die Darstellung des M├╝hlsteinbruchs in der Dauerausstellung, Fotos von Objekten, die Thomas Lantz bereits gesehen haben k├Ânnte.


Leonhard Lantz, Vater von Thomas Lansius

Leonhard Lantz, Tuchscherer

Leonhard Lantz war Tuchscherer und Marktb├╝rger. Er war Ratsmitglied und 1596 auch Marktrichter.

In der Ausstellung:

  • Original Tuchschere


Leonhard Lantz, Marktrichter

Leonhard Lantz war oberster Richter des Marktes Perg.

In der Ausstellung:

  • Einige Instrumente der Perger Marktgerichtsbarkeit wie Marktsiegel, Schandgeige, Pranger-Kugel.


Leonhard Lantz, Retter von Perg
W├Ąhrend des 2. ober├Âsterreichischen Bauernkrieges hat Leonhard Lantz den Markt Perg vor Vergeltungsma├čnahmen der kaiserlichen Truppen bewahrt.


Handwerksordnung der M├╝hlsteinbrecher (├ťbers.)

"Ich, Rudolf II, von Gottes Gnaden gew├Ąhlter R├Âmischer Kaiser...
verk├╝nde hiermit der Allgemeinheit, dass unsere getreuen M├╝hlsteinbrecher im Erzherzogtum Ober├Âsterreich die Vereinbarung ├╝ber ihre k├╝nftige Handwerksordnung gemeldet und uns gebeten haben, dieselbe zu best├Ątigen.

Die Handwerksordnung lautet wie folgt:

1. Ausschlie├člich der Sohn eines jeden redlichen Steinbrechermeisters darf dieses Handwerk erlernen und aus├╝ben, au├čerdem darf jeder, der die eheliche Tochter eines Meisters heiratet das Handwerk - wenn er will - erlernen und aus├╝ben...
4. Jeder Angeh├Ârige der Zunft hat viertelj├Ąhrlich 8 Pfennige an die Zeche zu bezahlen.
6. Es ist eine B├╝chse oder Truhe mit zwei Schl├╝sseln anzufertigen und dieselbe zwei Meistern des kaiserlichen Marktes Perg zu ├╝bergeben, die gewissenhaft daf├╝r zu sorgen haben, dass die Eink├╝nfte, wie vereinbart, gut angelegt werden.
Wenn in der Zukunft ein f├╝r M├╝hlsteine geeignetes Steinvorkommen gefunden wird, so ist die Ausbeutung desselben den S├Âhnen und Schwiegers├Âhnen der Meister, die unserer Zunft angeh├Âren, vorbehalten.
Beurkundet mit meinen anh├Ąngenden kaiserlichen Siegel in meiner Stadt Wien am letzten Tage des Monats November 1582 nach Christi unseres lieben Herrn Geburt, als Beherrscher des R├Âmischen Reiches im 8. Jahr, von Ungarn im 11. Jahr und von B├Âhmen im 8. Jahr."


Autor: Franz Pfeiffer, 2017


Thomas Lansius. Flucht und Karriere. Dokumentation der Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg vom 6. Mai bis 26. Oktober 2017.
Umfassende, weiterf├╝hrende Informationen zur Biografie und zum Werk des Thomas Lansius finden sich im Blog "Thomas Lansius, ein Ober├Âsterreicher" von Mag. Franz Pfeiffer.

┬ę 2018