Forum O√Ė Geschichte

Recht und Gerechtigkeit im Wandel


Aus der Landgerichtsordnung 1736
Wann einer an Geld, Kleidern, oder andern Sachen, wie die genennet m√∂gen werden, heimlich, oder √∂ffentlich stihlt, und solches bo√ühafftiger Wei√ü, wider des Eigenthumers Willen, beschihet, auch sich der Diebstahl nicht √ľber zehen Gulden belauffet, soll er von dem Grund-Herren gestrafft und als fern sich sein des Th√§ters Verm√∂gen so weith erstrecket, zur Bezahlung des entfremdeten Guts gehalten werden, wann aber der Diebstahl √ľber zehen Gulden, oder aber im Diebstahl, wann sie gleich weniger antreffen, zum drittenmahl betretten, oder dessen √ľberwisen wird, der ist als ein Dieb Land-Gerichtlich zu straffen.Befunde er die Umst√§nd, wie solch ausgesagt, wahr zu seyn, soll der Dieb, so er es endlich nochmahlen bestehet, nach Beschaffenheit seines Verbrechens, als wann der erste Diebstahl auf funff und zwanzig Gulden, oder dar√ľber kommt, wie auch wann etliche Diebst√§ll zusammen kommen, oder der Dieb schon vorhero wegen eines kleinen Diebstalls zweymahl abgestraft worden, und sich doch nicht gebessert, sondern wiederum gestohlen h√§tte, ob sich gleich solche Diebst√§ll nicht gar auf funff und zwanzig Gulden erstrecken, der Mann mit dem Strang, und das Weib mit dem Schwerd, wann aber der Diebstall nicht √ľber zehn Gulden austraget, und √ľber zweymahl nicht geschehen, oder sonsten nachfolgende mildernde Umst√§nde darzu kommen, durch sein Grund- Obrigkeit willk√ľhrlich gestrafft werden.

Beschwerende Umständ:

  • Erstlich: Wann der Diebstall bey der Nacht
  • Andertens: Mit bew√∂hrter Hand
  • Drittens: Mit Einsteigen, oder hinunter lassen
  • Vierdtens: Erbrechung der Th√ľren, und Schl√∂sser beschehen.


Aus dem Strafgesetzbuch 1. März 2010
§ 129 StGB Diebstahl durch Einbruch oder mit Waffen
Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu f√ľnf Jahren ist zu bestrafen, wer einen Diebstahl begeht,

  1. indem er in ein Geb√§ude, in ein Transportmittel, in eine Wohnst√§tte oder sonst einen abgeschlossenen Raum, der sich in einem Geb√§ude oder Transportmittel befindet, oder in einen Lagerplatz einbricht, einsteigt oder mit einem nachgemachten oder widerrechtlich erlangten Schl√ľssel oder einem anderen nicht zur ordnungsgem√§√üen √Ėffnung bestimmten Werkzeug eindringt,
  2. indem er ein Behältnis aufbricht oder mit einem der in Z. 1 genannten Mittel öffnet,
  3. indem er sonst eine Sperrvorrichtung aufbricht oder mit einem der in Z. 1 genannten Mittel öffnet oder
  4. bei dem er oder mit seinem Wissen ein anderer Beteiligter (¬ß 12) eine Waffe oder ein anderes Mittel bei sich f√ľhrt, um den Widerstand einer Person zu √ľberwinden oder zu verhindern.


Dokumentation Die Jörger von Tollet und ihre Zeit, Sonderausstellung Standpunkte im Schloss Tollet im Zuge der Oö. Landesausstellung 2010.

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