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DIE ERDST√ĄLLE

Erdstall Meirhofer, Unterstetten, Besitz Gemeinde Tollet


Entdeckung
Einer der sch√∂nsten und besterhaltenen Erdst√§lle Ober√∂sterreichs befindet sich in Unterstetten. Im Mai 1993 brach Frau Angerlehner beim Grasrechen mit dem Fu√ü in einen unbekannten Erdstall ein. Werner Meirhofer, ein Heimatforscher aus dem Ort, bem√ľhte sich fortan um die Erforschung dieses Erdstalles. Heute geh√∂rt er der Gemeinde Tollet und war schon Schauplatz eines Treffens von fast 100 Erdstallforschern.

Der Einstieg befindet sich auf einem H√ľgel nahe der Lagestelle der abgekommenen Margarethenkirche und ist nun mit einer Brunnenabdeckung verschlossen. Der H√ľgel war fr√ľher um ca. drei Meter h√∂her gewesen, die R√§nder fallen steil ab.

Aussehen
Bei der Freilegung des Erdstalles kamen nach und nach 7 Kammern zum Vorschein.
Der erste Raum hat eine L√§nge von 2,5 Metern, zum Raum zwei f√ľhrt ein waagrechter Durchstieg, der gerade 33 cm hoch, 45 cm breit und 80 cm tief ist.
Der zweite Raum ist 3,5 Meter lang, einen Meter breit und 1,5 Meter hoch, er hat eine Lichtnische und eine Sitzbank.
In den Raum drei f√ľhrt ein kreisrunder Abstieg mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern einen Meter in die Tiefe.
Auch in den Raum vier f√ľhrt wiederum ein Abstieg, an der linken Schmalseite befindet sich eine Nische, in der drei Personen sitzen k√∂nnen. Der Raum ist ungef√§hr drei Meter lang und hat eine gerade Decke, im Gegensatz zu den ansonsten gew√∂lbten. Auch ein aufgef√ľllter Bauschacht ist vorhanden.
In den f√ľnften Raum f√ľhren zwei Stufen hinauf  durch einen kreisf√∂rmigen Ausstieg von 40 cm. im Durchmesser. Dieser Raum kann wie die folgenden durch einen Verschlussstein mit 50 cm Durchmesser verschlossen werden, der durch einen Bauschacht in den Gang gelangt sein muss.  Nach dem Einstieg befinden sich links und rechts aus Schlier gehauene Sitzb√§nke, im linken hinteren Eck eine Sitznische. Besonders interessant sind die neun aus dem Schlier heraus modellierten horizontal angeordneten Rippen, deren Bedeutung unbekannt ist. In der Mitte der Kammer befindet sich der Abstieg zum sechsten Raum.
Dieser f√ľhrt kreisf√∂rmig nach unten bis zu einer kleinen Plattform, von der man √ľber zwei Stufen in den Raum 6 gelangt, der eine Seitenl√§nge von 3 Metern und eine gerade Decke hat. Der Aufstieg zu Raum sieben befindet sich in einer Nische mit einer Trittstufe.
Raum 7 hat einen kreisrunden Einstieg von ca. 40 cm. und ist ca. 3 Meter lang, 1, 3 Meter breit und 1, 5 Meter hoch, an beiden Schmalseiten befinden sich Sitzbänke.

Die gesamte Anlage hat eine L√§nge von 37 Metern, die Niveaudifferenz betr√§gt ‚Äď 6 Meter, die maximale Horizontalerstreckung zwischen Einstieg und Raum 7 betr√§gt 11 Meter.


Dokumentation Die Jörger von Tollet und ihre Zeit, Sonderausstellung Standpunkte im Schloss Tollet im Zuge der Oö. Landesausstellung 2010.

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