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HERKUNFT

Die Burg Schwabegg um 1450


Noch heute ist die Lagestelle der ehemaligen Burg im Gel√§nde erkennbar. Es war eine m√§chtige von Gr√§ben umgebene Hausberganlage auf einer Terrasse s√ľdlich des Steinbaches. Der Durchmesser des Erdkegels betr√§gt zwischen 30 und 40 Meter, der Graben ist 10 Meter tief und auf der Sohle zwei Meter breit. An der Ostseite der Hauptburg war eine Vorburg angeschlossen, deren Gr√§ben heute eingeebnet sind.

In den 60er Jahren wurde am Burgh√ľgel eine Grabung durchgef√ľhrt, die ergab, dass sich Scherben der Zeit vor 1200 unter einer Brandschicht befanden und dass es sich um eine m√§chtige Steinburg gehandelt hatte. Die meisten Funde wie eine Grape, Butzenscheiben, Dachziegel, Ofenkacheln usw. stammten jedoch aus sp√§terer Zeit und sind, wie die meisten Scherben, zwischen 1400 und 1550 zu datieren. Ein Teil des Plateaus d√ľrfte einmal eingeebnet worden sein, vielleicht als die J√∂rger den Bugstall bekamen. Vermutlich wurde damals die Anlage im Stil der Zeit um 1450 wieder aufgebaut.

Typisch f√ľr Burgen damals war, dass sie von einer hohen Ringmauer umgeben waren, die einen verdeckten oder halbverdeckten Lauf hatte. Wegen des begrenzten Platzes in Schwabegg waren alle Geb√§ude sehr eng zusammengebaut und hatten drei Stockwerke. Der Hof war sehr klein, doch trotz der Enge befanden sich in ihm ein Brunnen und die Burglinde. Auch kleine, an die Mauer angebaute Stallungen zumeist f√ľr Pferde d√ľrften vorhanden gewesen sein. Der massive Turm √ľberragte alle Geb√§ude mit Blick in die m√∂gliche Angriffsrichtung. Die Zugbr√ľcke war so ausgef√ľhrt, dass sie vom Turm aus gesch√ľtzt werden konnte. Die D√§cher waren geschiefert oder geziegelt, in Schwabegg hatte man vermutlich wegen der vielen Funde von Dachziegel, eine Ziegeldeckung. Das Wohngeb√§ude, der Palas, war im Gegensatz zu den hochmittelalterlichen Burgen schon wohnlicher ausgef√ľhrt. Die Fenster waren mit Butzenscheiben versehen.

In der Vorburg befanden sich die Wirtschaftsgeb√§ude. Sie bestanden aus einem Wohn- und Stallbereich, der durceh einen Mittelgang getrennt war. Die H√§user waren in Blockbauweise gefertigt und mit Stroh oder Holz gedeckt. Auch Gem√ľse- Kr√§uter- und Blumeng√§rten hatte man in der Vorburg.


Dokumentation Die Jörger von Tollet und ihre Zeit, Sonderausstellung Standpunkte im Schloss Tollet im Zuge der Oö. Landesausstellung 2010.

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