Forum O├ľ Geschichte

Die Umgebung des Schlosses


1. Meierhof
: er wurde vor 1571 erbaut, seine Einrichtung wird im Inventar von 1572 beschrieben. Um 1616 war der Meierhof unten gemauert, die "ober gaden samt den Stadeln und St├Ąllen alles von Holz gezimmert". 1874 brannte der Meierhof ab und musste neu aufgebaut werden. 1912 wurde er, mit sieben weiteren Grundst├╝cken von den Grafen Revertera verkauft.

2. Hoftaverne: wurde im Urbar 1518 ÔÇ×Wierd zu ToledtÔÇť, oder sp├Ąter auch ÔÇ×Taverne au├čerhalb des BurggrabensÔÇť genannt. Der Wirt durfte Kaufmannschaft treiben. Um 1605 wurde die Taverne neu aufgemauert. In diesem Wirtshaus mussten die Untertanen alle ihre Feste feiern (Tavernenzwang), ein Umstand, gegen den man in der Zeit der Bauernunruhen Widerstand leistete. Der Betrieb wurde nach 1864 eingestellt.

3. Weing├Ąrten: Um das Schloss wurde damals Wein angebaut. Gegen├╝ber der Nepomukstatue befanden sich Weing├Ąrten, auf alten Karten findet sich noch die Flurbezeichnung Weingartenland. Im Urbar 1518 wird ein ÔÇ×WeinzierlergutÔÇť auf der Scheiben erw├Ąhnt, das in diesen Weing├Ąrten stand. Weinzierler war die Berufsbezeichnung f├╝r einen Winzer. Auch in Unterstetten befanden sich Weing├Ąrten in der N├Ąhe des ÔÇ×KorntnerÔÇť im ehemaligen Niederunterstetten.

4. Die Richtst├Ątte: Um die Richtst├Ątte finden sich in alten Karten noch die Flurbezeichnungen ÔÇ×GalgenfeldÔÇť und ÔÇ×WasenÔÇť (weist auf einen dem Scharfrichter und Abdecker zugewiesenen Schindanger hin) und im Josephinischen Lagebuch hei├čt der Platz ÔÇ×P├╝rckenwald der Herrschaft, worin das Hochgericht.ÔÇť In der N├Ąhe befindet sich heute das Marterl, das an die letzte Hinrichtung 1739 (Balthasar Ganglmayer vom Angermeierhof in Unterstetten) erinnern soll.

5. Steinroithner: War der Gerichtsbauer und wird schon im ersten Urbar 1518 genannt. Hinter diesem Hof lief am halben Bergr├╝cken die Grenze des Landgerichtes Tollet und dort befindet sich auch der letzte der erhaltenen Steine des Landgerichtes.

6. Die Puchetm├╝hle/ Puchnerm├╝hle: Wird 1636 in einem Streit zwischen Krengelm├╝ller und Puchetm├╝ller genannt. Da hinter dieser M├╝hle (heute S├Ągewerk ???) der Tobel ausm├╝ndet, der weiter oben zum Burggraben erweitert wurde, k├Ânnte die M├╝hle das in der Landgerichtsbeschreibung genannte ÔÇ×Haus im Schl├ÂgltoblÔÇť sein, an dem die Grenze des Landgerichtes Tollet verlief.

7. Die Krenglm├╝hle: Kommt schon in den fr├╝hesten Urbarien 1518 und 1564 vor. Bei ihr befand sich ein Brunnen. Sie befand sich gegen├╝ber des heutigen S├Ągewerkes Gschwendtner.

8. Die Steinm├╝hle/ Hochholdsm├╝hle/H├Âretsm├╝hle: Sie wechselte im Laufe der Jahrhunderte oftmals den Namen. Schon im Lehensbuch Herzog Albrechts II. kommt sie als ÔÇ×Walichm├╝hleÔÇť, also als Walkm├╝hle vor. Ihre Lage wird als in der N├Ąhe des Ackers ÔÇ×auf dem Lueg beschrieben. Diese Flurbezeichnung findet man auch sp├Ąter noch ganz in der N├Ąhe der Steinm├╝hle in Stein 3. Der Hausstock der heute noch stehenden M├╝hle stammt aus dem Jahre 1807.

9. Der Pfarrhof/ Der Vogteistreit: Wurde von den Lehrb├╝chlern zu Tollet 1324 gestiftet, die dann die Vogtei ├╝ber ihn inne hatten. Als Diemut Lehrb├╝chler Helmhard J├Ârger IV heiratete, kam Schloss Tollet und damit die Vogtei ├╝ber den Pfarrhof in Besitz der J├Ârger. Als die Polheimer 1398 Schloss und Landgericht Tegernbach und den Markt Grieskirchen erwarben, wollten sie zu der Vogtei ├╝ber die Pfarrkirchen auch die Vogtei ├╝ber den Pfarrhof erlangen, was zu einem mehr als 150 Jahre andauernden Streit zwischen J├Ârgern und Polheimern f├╝hren sollte. Mit der Vogtei waren sowohl finanzielle Vorteile, als auch die Macht Priester einzusetzen verbunden: Dies war gerade den protestantischen Adeligen besonders wichtig, die ihre Vogteipfarren zu St├╝tzpunkten des Protestantismus ausbauten. Unter Sebastian J├Ârger d├╝rfte die Vogtei ├╝ber den Pfarrhof 1565 endg├╝ltig an die Polheimer gekommen sein.

10. Bestandsbleicherei

11. St. Maximiliankapelle



Dokumentation Die J├Ârger von Tollet und ihre Zeit, Sonderausstellung Standpunkte im Schloss Tollet im Zuge der O├Â. Landesausstellung 2010.

┬ę 2018