Forum OÖ Geschichte

Biografien von Schriftstellerinnen und Schriftstellern


Karl Emmerich BaumgÀrtel

Karl Emmerich BaumgĂ€rtel (1887–1958)

Mehr erfahren

Karl Emmerich BaumgĂ€rtel (1887–1958)
BaumgĂ€rtel war die rechte Hand des Gaupresseamtsleiters Anton Fellner. Als Journalist arbeitete er im Ressort Kulturpolitik fĂŒr den „Österreichischen Beobachter“, den „NS-Gaudienst“, die „Volksstimme“ sowie die Zeitschrift „Oberdonau“. 1943 wirkte er kurz als Pressereferent im Reichspropagandaamt, 1944 erhielt er den Lyrikpreis der Stadt Linz. In Verbindung mit dem Jahrbuch „Stillere Heimat“ gehörte er einem Beirat fĂŒr Schrifttumspflege an, der ĂŒber die Vergabe des Linzer Literaturpreises entschied.

Detailinformationen ausblenden


Richard Billinger

Richard Billinger (1890–1965)

Mehr erfahren

Richard Billinger (1890–1965)
Billinger wurde in St. Marienkirchen bei SchĂ€rding geboren. Seine kĂŒnstlerische Laufbahn begann er als Lyriker nach dem 1. Weltkrieg in Wien. Im Nationalsozialismus nahm Billinger als Dramatiker und ErzĂ€hler, Ă€hnlich wie Hermann Heinz Ortner, unter allen aus Oberösterreich stammenden Schriftstellern eine fĂŒhrende Position ein. Die Vereinnahmung Billingers durch die Nationalsozialisten geschah u. a. durch die Übernahme und Wiederverwendung seiner Texte in neuen, verĂ€nderten ZusammenhĂ€ngen. Damit sollte der Eindruck erweckt werden, der Autor sei ein FĂŒrsprecher und AnhĂ€nger der NS-Ideologie. In vielen StĂŒcken und Romanen Billingers fallen die Betonung von (mĂ€nnlicher) Körperlichkeit und Geschlechtlichkeit sowie die Dominanz starker Triebstrukturen auf. Die eigene HomosexualitĂ€t war fĂŒr Billinger eine wichtige schriftstellerische Motivation und ein literarisches Thema, mit dem er an einem Tabu rĂŒhrte. Im Februar 1935 wurde Billinger verhaftet und der „widernatĂŒrlichen Unzucht“ angeklagt. Das MĂŒnchner Amtsgericht sprach ihn am 23. MĂ€rz 1935 frei. Eine Karikatur der Wiener Zeitung „Der Morgen“ nahm darauf Bezug.
In einem Bericht fĂŒr den amerikanischen Geheimdienst reihte Carl Zuckmayr den frĂŒheren WeggefĂ€hrten, Kollegen und Freund Billinger in der Rubrik „Nazis, Anschmeißer, Nutznießer, Kreaturen“ ein.

Detailinformationen ausblenden


Erna Blaas

Erna Blaas (1895–1990)

Mehr erfahren

Erna Blaas (1895–1990)
In vielen Gedichten betrieb Blaas seit Anfang der 1930er Jahren Propaganda fĂŒr die Nationalsozialisten. Die frĂŒh verwitwete Gattin eines Arztes gehörte dem „Bund deutscher Schriftsteller Österreichs“ an, trat 1938 der NSDAP bei und wurde Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Ihre Lyrik fand Aufnahme in Zeitschriften und Publikationen, denen eine zentrale Bedeutung innerhalb der deutschnationalen Literatur bzw. des NS-Literaturbetriebs zukam.

Detailinformationen ausblenden


Arthur Fischer-Colbrie

Arthur Fischer-Colbrie (1895–1968)

Mehr erfahren

Arthur Fischer-Colbrie (1895–1968)
Der Lyriker Arthur Fischer-Colbrie kam in Linz zur Welt, wo er aufwuchs und die Schule besuchte. Das Studium der Rechte, der Deutschen Philologie und Musik fĂŒhrte ihn nach Wien, MĂŒnchen, Innsbruck und Salzburg. In den 1920er Jahren arbeitete Fischer-Colbrie bei der Bank fĂŒr Oberösterreich und Salzburg. 1925 heiratete er die Musikerzieherin und Komponistin Ida Zwerger (1894–1973). Als freier Schriftsteller und Journalist trat Fischer-Colbrie schon vor dem „Anschluss“ im Linzer Kulturleben in Erscheinung.
Ende Juni 1938 qualifizierte sich Fischer-Colbrie mit einer Abhandlung ĂŒber den Reichsgau Oberdonau als Mitarbeiter fĂŒr das Gaupresseamt. Als Mitglied des „Bundes deutscher Schriftsteller Österreichs“ erhielt er zwei Monate spĂ€ter Besuch von August Friedrich Velmede, der den Aufbau der Reichsschrifttumskammer in Wien leitete. Über Velmede bekam Fischer-Colbrie Kontakte zur Zeitschrift „Das Innere Reich“, zum NS-Autor Mirko Jelusich und zum Verlagswesen.
Bei der 1. Dichterwoche des Reichsgaues Oberdonau im MĂ€rz 1941 erhielt Fischer-Colbrie einen Anerkennungspreis. Bruno Brehm, der Herausgeber der Zeitschrift „Der getreue Eckart“, fĂŒr die Fischer-Colbrie BeitrĂ€ge schrieb, gratulierte seinem Autor aus diesem Anlass.

Detailinformationen ausblenden


Franz Karl Ginzkey

Franz Karl Ginzkey (1871–1963)

Mehr erfahren

Franz Karl Ginzkey (1871–1963)
Franz Karl Ginzkey gehörte 1938 zu den Autoren, die sich im „Bekenntnisbuch österreichischer Dichter“ zum Deutschtum positionierten. Ginzkey war Mitglied im „Bund deutscher Schriftsteller“ und trat 1941 der NSDAP bei.
Aufgrund seiner NS-Vergangenheit entwickelte sich in den 1980er Jahren in seinem frĂŒheren Wohnort Seewalchen eine politische Diskussion zur Benennung einer Schule nach dem Autor.
WĂ€hrend Ginzkeys Prosawerk nahezu vergessen scheint, zĂ€hlt sein Kinderbuch Hatschi Bratschis Luftballon zu den „Klassikern“ der Kinderliteratur. Hatschi Bratschis Luftballon erschien erstmals im Jahr 1904, es folgten bis heute zahlreiche Neuauflagen. Die Illustrationen Ernst Dombrowskis aus den 1930er Jahren verstĂ€rkten den rassistischen Eindruck des Textes. Seit den 1950er Jahren wird eine geglĂ€ttete Version des aus heutiger Sicht „unkorrekten“ Originaltextes aufgelegt: Hatschi Bratschi kommt nicht mehr aus dem „TĂŒrkenland“, sondern aus dem „Morgenland“, und aus den schwarzen Menschenfressern wurden freche Affen.

Detailinformationen ausblenden


Hans von Hammerstein

Hans von Hammerstein (1881–1947)

Mehr erfahren

Hans von Hammerstein (1881–1947)
Als Schriftsteller fĂŒhlte sich Hammerstein der deutschen Romantik verbunden, besonders der Lyrik Josef von Eichendorffs. In den 1920er Jahren veröffentlichte er mehrere ErzĂ€hlungen, Romane und GedichtbĂ€nde. Als Ehrenobmann und Förderer der „Innviertler KĂŒnstlergilde“ setzte Hammerstein Impulse fĂŒr das literarische bzw. kulturelle Leben der Region und war publizistisch rege.
In den 1930er Jahren stieg Hammerstein in höhere politische Ämter auf. Als Sicherheitsdirektor fĂŒr Oberösterreich, dann Justizminister und schließlich „Bundeskommissar fĂŒr Kulturpropaganda“ gestaltete er die Politik unter Dollfuß bzw. Schuschnigg mit. Hammerstein verfolgte aufmerksam die politische Entwicklung im Deutschen Reich. In einer Rede anlĂ€sslich der Goethe-Feier in Linz am 12. MĂ€rz 1932 warnte er vor den Folgen des FĂŒhrerkultes und der Massenkultur des Totalitarismus.
Am 21. Juli 1944, einen Tag nach dem Hitlerattentat in der „Wolfsschanze“, wurde Hammerstein auf seinem Anwesen Pernlehen bei Micheldorf festgenommen und ins Linzer PolizeigefĂ€ngnis gebracht. Durch verwandtschaftliche Kontakte zu Adeligen aus dem Stauffenberg-Umkreis sowie gefundene systemkritische Schriften war Hammerstein ins Visier der Gestapo geraten. Am 17. Oktober 1944 wurde Hammerstein ins Arbeitserziehungslager Schörgenhub bei Linz ĂŒberstellt. Anfang Mai 1945 kam er ins KZ Mauthausen, wo HĂ€ftlinge ihn bis zur Befreiung versteckt hielten. Die 10-monatige Haft schĂ€digte die Gesundheit Hammersteins, der 1947 starb.

Detailinformationen ausblenden


Enrica von Handel-Mazzetti

Enrica von Handel-Marzzetti (1871–1955)

Mehr erfahren

Enrica von Handel-Marzzetti (1871–1955)
Die in Linz und Steyr lebende Autorin erzielte bis in die frĂŒhen 1920er Jahre schriftstellerische Erfolge. Ihre Romane und ErzĂ€hlungen galten als mustergĂŒltige Beispiele der katholischen Literatur. 1933 trat sie aus dem P.E.N.-Club aus und wechselte auf die Seite der Deutschnationalen. Der StĂ€ndestaat beanspruchte die Werke der Autorin weltanschaulich fĂŒr sich. Das literarische Ansehen Handel-Mazzettis konnten die Nationalsozialisten nicht leugnen, grenzten sie aber systematisch aus. Das Amt fĂŒr Schrifttumspflege in Berlin stellte fest, dass die Autorin in der NS-Literatur „keinen Platz“ findet. 19

Detailinformationen ausblenden


Josef Hieß

Josef Hieß (1904–1973)

Mehr erfahren

Josef Hieß (1904–1973)
Nach dem „Anschluss“ rief Gauleiter Eigruber den Wanderlehrer und Organisationschef des „Deutschen Schulvereins SĂŒdmark“ Hieß, einen gebĂŒrtigen Niederösterreicher, nach Linz. Hieß wirkte hier seit 1940 als GaugeschĂ€ftsfĂŒhrer des „Vereins fĂŒr das Deutschtum im Ausland“. Dieser diente volkstumspolitischen Zwecken und war besonders im Kreis Budweis aktiv. In Schriften und BĂŒhnenstĂŒcken, darunter Laienspielen, versuchte Hieß die Ideologie der Nationalsozialisten zu vermitteln. Zwischen 1963 und 1968 entstand nach einer Idee von Josef Hieß eine „Walhalla“ fĂŒr die deutsche Literatur. Diese WeihestĂ€tte auf einem HĂŒgel oberhalb des Ortes Offenhausen bei Wels erinnerte an einen germanischen Thingplatz. Sie entwickelte sich zu einem Kultplatz fĂŒr die Ehrung von Schriftstellern deutschvölkischer bzw. -nationaler PrĂ€gung. Bis zur Auflösung 1998/99 durch die Bezirkshauptmannschaft Wels-Land kĂŒmmerte sich der „Verein Dichterstein Offenhausen“ um das Monument, welches heute nicht mehr besteht.

Detailinformationen ausblenden


Karl Itzinger

Karl Itzinger (1888–1948)

Mehr erfahren

Karl Itzinger (1888–1948)
Der Rieder Karl Itzinger gehörte seit Mai 1938 der SA an und stieg bis zum ObersturmbannfĂŒhrer auf. Zwischen 1942 und 1944 trug er innerhalb der Landesbauernschaft Oberdonau die Verantwortung fĂŒr die Schulung und Erziehung des bĂ€uerlichen Nachwuchses. Als GĂŒnstling von Richard W. DarrĂ©, Reichsminister fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft, wurde er zum Leiter der weltanschaulichen Abteilung im ReichsnĂ€hrstand.
1933 veröffentlichte Itzinger den Roman Das Blutgericht am Haushamerfeld, den die Behörden wegen seiner antikatholischen Haltung zwei Mal beschlagnahmten. Er bildet den ersten Band der Trilogie Ein Volk steht auf!, die bis 1937 um die BĂ€nde Es muß sein! und Ums Letzte ergĂ€nzt wurde. 1939 schenkte Alfred Rosenberg die Romane Hitler zum 50. Geburtstag.
Itzinger interpretiert den oberösterreichischen Bauernkrieg im Sinne der NS-Geschichtsideologie bzw. DarrĂ©s Lehre von „Blut und Boden“. Zur Einweihung des Bauernkriegdenkmals auf dem Haushamerfeld am 15. August 1925 verfasste Itzinger ein Festspiel des deutschvölkischen Turnvereines Frankenburg. Im August 1938 wurde das StĂŒck mehrmals auf der neu geschaffenen ThingspielstĂ€tte Oberdonaus in LeitrachstĂ€tten bei Frankenburg geboten. Es war eine der grĂ¶ĂŸten kulturellen Veranstaltungen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Lande. Die Zuseher wurden mit SonderzĂŒgen und Bussen befördert.

Detailinformationen ausblenden


Linus Kefer

Linus Kefer (1909–2001)

Mehr erfahren

Linus Kefer (1909–2001)
Der aus Garsten stammende Lehrer hatte im Sommer 1933 erste BerĂŒhrungen mit dem Nationalsozialismus. Im September d. J. wurde er wegen des Verdachts, sich illegal fĂŒr die NSDAP zu betĂ€tigen, aus dem Schuldienst entlassen. Nach dem „Anschluss“ fand er im Reichspropagandaamt in Linz eine Anstellung. Kefer arbeitete fĂŒr die „Tages-Post“ und die „Volksstimme“. Unmittelbar vor seiner EinrĂŒckung 1940 wurde er zum Landesleiter der Reichsschrifttumskammer im Gau Oberdonau ernannt.

Detailinformationen ausblenden


Alexander Lernet-Holenia

Alexander Lernet-Holenia (1897–1976)

Mehr erfahren

Alexander Lernet-Holenia (1897–1976)
Seit 1926 hielt sich der Wiener Alexander von Lernet-Holenia regelmĂ€ĂŸig in St. Wolfgang auf, dem Sommerdomizil seiner Familie. Lernet-Holenia, dessen schriftstellerische QualitĂ€ten Hitler schĂ€tzte, lehnte die Nationalsozialisten ab und distanzierte sich von ihrer Weltanschauung. Nach dem „Anschluss“ konnte er mit EinschrĂ€nkungen weiter veröffentlichen. 1941 wurde er Leiter der Heeresfilmstelle Berlin und arbeitete als Drehbuchautor. Unter seiner Mitwirkung entstand der Streifen Die große Liebe mit Zarah Leander, der grĂ¶ĂŸte filmische Erfolg der NS-Ära.

Detailinformationen ausblenden


Josef GĂŒnther Lettenmair

Josef GĂŒnther Lettenmair (1899–1984)

Mehr erfahren

Josef GĂŒnther Lettenmair (1899–1984)
Lettenmair kam in KremsmĂŒnster zur Welt und wuchs bei Zieheltern in Wien auf. Mitte der 1920er Jahre wurde er Schriftleiter beim „Welser Anzeiger“, 1935 Hauptschriftleiter bei der „Landpost“. Nach dem „Anschluss“ war er als stellvertretender Hauptschriftleiter fĂŒr alle Heimatschriften des Reichsgaues Oberdonau zustĂ€ndig, die im NS-Gauverlag in Linz erschienen. Bei der 1. Dichterwoche des Reichsgaues Oberdonau im MĂ€rz 1941 las Lettenmair aus seinem Hammerherren-Roman, der in der Eisenwurzen spielt. Er schildert die Heimkehr „eines ‚verlorenen Sohnes’ in sein Tal und seinen heimatlichen Lebens- und Pflichtenkreis“, wie die „Volksstimme“, das NS-Parteiorgan in Oberdonau, feststellte.
Am 17. November 1939 rĂŒckte Lettenmair zur deutschen Kriegsmarine ein. Als Schriftleiter war er fĂŒr die Marine-Frontzeitschrift „Wir fahren gegen Engelland“ sowie die „Heulboje“ tĂ€tig. 1941 und 1943 ĂŒberreichte die deutsche Kriegsmarine Lettenmair zwei Literaturpreise.

Detailinformationen ausblenden


Richard Neudorfer

Richard Neudorfer (1900–1977)

Mehr erfahren

Richard Neudorfer (1900–1977)
Neudorfer stammte aus RĂŒstorf bei Schwanenstadt, wuchs im MĂŒhlviertel auf. Dort war er zunĂ€chst Volksschullehrer, ehe er an die Hauptschule Wels kam, deren Direktor er 1936 wurde. Er verfasste heimat- und naturkundliche BeitrĂ€ge, u. a. fĂŒr die Zeitschrift „Heimatgaue“. Im deutsch-völkischen Sinne schrieb er seine Romane Ein Rufer in deutscher Not und Unterm Fronjoch. Der Leopold-Stocker-Verlag bewarb Neudorfer nach 1938 als „KĂŒnder der Heimat des FĂŒhrers“. 1939 bestimmte ihn August Zöhrer zum Kreisschrifttumsbeauftragten fĂŒr Wels, 1941 rĂŒckte er zur Wehrmacht ein.

Detailinformationen ausblenden


Hermann Heinz Ortner

Hermann Heinz Ortner (1895–1965)

Mehr erfahren

Hermann Heinz Ortner (1895–1965)
Der österreichische StĂ€ndestaat vergab 1934 erstmals einen Staatspreis zur Förderung und Auszeichnung von kĂŒnstlerischen Leistungen in den Bereichen Literatur, Musik und bildende Kunst. Ortners Bewerbungsunterlagen fĂŒr den Preis 1935 trafen erst nach Ablauf der Frist bei der Jury ein. Die Ablehnung des NSDAP-Sympathisanten Ortner dĂŒrfte aber politische GrĂŒnde gehabt haben.
Ortner lernte Berta Schirmer-Schermann, die Tochter eines jĂŒdischen Staatsanwalts, 1921 im nordböhmischen Reichenberg kennen. Hier und spĂ€ter in Wien wirkte sie als Soubrette. Die 1922 geschlossene Ehe wurde 1927 geschieden. Die Beziehung war vom Neid Ortners auf den schauspielerischen Erfolg seiner Frau und SeitensprĂŒngen ĂŒberschattet. Am 3. Dezember 1941 wurde Berta Schirmer-Schermann ins Ghetto nach Riga deportiert, wo sie ermordet worden sein dĂŒrfte.
1928 lernte Ortner die Wiener Burgschauspielerin Elisabeth Kallina kennen. Sie war die Tochter eines jĂŒdischen Rechtsanwalts und der Burgschauspielerin Anna Kallina. Durch die Hochzeit im Juli 1930 mit Kallina sicherte sich Ortner auch einflussreiche Verbindungen zu wichtigen Persönlichkeiten aus dem Theater und der Kulturpolitik. Die Ehe wurde im November 1937 geschieden. Ortner behauptete, er habe erst 1932 erfahren, dass sein Schwiegervater Jude war. Offiziell war es die Kinderlosigkeit des Paares, an der die Beziehung zerbrach.
Im August 1939 heiratete Ortner Gertraud Stenner. Über Vermittlung ihres Vaters, der Ortner kannte, war sie dessen SekretĂ€rin geworden. Mit ihr grĂŒndete Ortner eine Familie. 1954 wurde aber auch diese Ehe geschieden.

Detailinformationen ausblenden


Maria Peteani

Maria Peteani (1888–1960)

Mehr erfahren

Maria Peteani (1888–1960)
Maria (von) Peteani, geborene Sauer, wurde 1888 in Prag geboren. Mit ihren Eltern ĂŒbersiedelte sie 1890 nach Linz. Nach dem Tod ihres Ehemannes begann Peteani ihre Karriere als Schriftstellerin. Ihr erster Roman Das GlĂŒck der Hanne Seebach erschien 1920. In der Zwischenkriegszeit hatte Peteani mit zahlreichen Unterhaltungsromanen, in denen zumeist starke Frauenfiguren im Mittelpunkt standen, großen Erfolg. Der Erfolg wurde durch ihre Nichtaufnahme in die Reichskulturkammer in der NS-Zeit unterbrochen. Erst 1945 wurden die Romane Peteanis wieder aufgelegt. Die Autorin starb 1960 in Linz. 1908 heiratete Maria Sauer den aus Görz stammenden OpernsĂ€nger Eugen Ritter von Peteani-Steinberg. Die Ehe dauerte nur wenige Jahre: 1913 starb Eugen von Peteani unerwartet und ließ Maria von Peteani aufgrund nicht geregelter ErbverhĂ€ltnisse völlig mittellos zurĂŒck. Peteani kehrte nach Linz zurĂŒck und begann noch wĂ€hrend des 1. Weltkriegs mit dem Schreiben. Die begabte KĂŒnstlerin Peteani war nicht nur als Schriftstellerin tĂ€tig, sondern auch als Zeichnerin und Illustratorin. FĂŒr zahlreiche Bekannte, unter anderem Angehörige der mit ihr verwandten Familie von Johann Strauß, fertigte sie Ex-Libris-Zeichnungen. FĂŒr ihre BĂŒcher entwarf sie eigene Illustrationen.
Um 1930 befand sich Maria Peteani am Höhepunkt ihrer schriftstellerischen Karriere. Ihre BĂŒcher wurden in hohen Auflagen gedruckt, 1933 wurde ihr Roman Der Page vom Dalmasse-Hotel unter der Regie von Victor Janson mit Dolly Haas und Harry Liedtke in den Hauptrollen verfilmt.
Der „Anschluss“ Österreichs beendete Maria Peteanis erfolgreiche Karriere jĂ€h. Die nach eigenen Angaben in „deutschem“ Bewusstsein erzogene Autorin scheiterte an der Aufnahme in die Reichskulturkammer. Ihre Großmutter mĂŒtterlicherseits war „Nicht-Arierin“. Sowohl Reichsschrifttums- als auch Reichsfilmkammer verweigerten die Aufnahme, Peteani wurde ihre Existenzgrundlage entzogen.
Maria Peteani konnte ihre Karriere erst nach 1945 wieder fortsetzen. Ihre BĂŒcher erschienen in neuen Auflagen, der Roman Der Page vom Dalmasse-Hotel wurde in den 1950er Jahren mit Rudolf Prack in der Hauptrolle unter dem Titel Der Page vom Palasthotel ein weiteres Mal verfilmt. Neben Romanen verfasste die Schriftstellerin auch einen autobiografisch orientierten Bericht ĂŒber Linz und Bad Ischl des beginnenden 20. Jahrhunderts sowie eine Biografie des mit ihr eng verbundenen Komponisten Franz LehĂĄr.

Detailinformationen ausblenden


Franz Tumler

Franz Tumler (1912–1998)

Mehr erfahren

Franz Tumler (1912–1998)
Tumler wurde in Gries bei Bozen geboren, verlebte seine Kindheit und Schulzeit in Linz. In den 1930er Jahren arbeitete er als Volksschullehrer in Stadl-Paura und Buchkirchen bei Wels. Seit 1934 erschienen seine Gedichte und ErzĂ€hlungen regelmĂ€ĂŸig in der Literaturzeitschrift „Das Innere Reich“. Den „Anschluss“ Österreichs befĂŒrwortete Tumler in dem Heft „Österreich ist ein Teil des Deutschen Reiches“. Seit 1940 lebte er als freier Schriftsteller, ehe er sich 1941 freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Tumler erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den 1. Preis fĂŒr Dichtung des Reichsgaues Oberdonau (1941) sowie den SĂŒddeutschen Literaturpreis (1942).

Detailinformationen ausblenden


Hedda Wagner

Hedda Wagner (1876–1950)

Mehr erfahren

Hedda Wagner (1876–1950)
Die Linzer Dichterin und Komponistin Hedda Wagner war in den 1920er und 1930er Jahren in der sozialdemokratischen Kulturbewegung engagiert. Wegen ihrer politischen Positionierung war sie in der NS-Zeit mit Schreib- und AuffĂŒhrungsverbot belegt. Wohl auch aufgrund ihres Geschlechts war sie damit einer doppelten Unsichtbarmachung ausgesetzt, ihr Werk ist heute nahezu unbekannt.

Detailinformationen ausblenden


Carl Hans Watzinger

Carl Hans Watzinger (1908–1994)

Mehr erfahren

Carl Hans Watzinger (1908–1994)
Watzinger wuchs in Steyr auf und war nach der Schulausbildung einige Zeit technischer Angestellter bei den Steyr-Werken. WĂ€hrend lĂ€ngerer Arbeitslosigkeit und Gemeindedienst begann er zu schreiben. Von 1936 bis 1938 hielt er sich in Jena auf, er knĂŒpfte Kontakte zu den Verlegern Eugen Diederichs und Adam Kraft, die einige seiner Werke herausbrachten. Dichterische Erfolge erzielte Watzinger mit ErzĂ€hlungen und Romanen zum Bauerntum.
Seit 1938 lebte Watzinger in Linz, er war fĂŒr die „Tages-Post“, die „Volksstimme“ und die „Bauernzeitung“ des ReichsnĂ€hrstands tĂ€tig. WĂ€hrend des Krieges war er beim ReichsnĂ€hrstand fĂŒr Agitation zustĂ€ndig und wurde von Reichsminister DarrĂ© gefördert.

Detailinformationen ausblenden


Johannes WĂŒrtz

Johannes WĂŒrtz (1900–1967)

Mehr erfahren

Johannes WĂŒrtz (1900–1967)
Der Linzer WĂŒrtz studierte Philosophie in Wien und Graz. 1928 ergriff er den Beruf eines Lehrers und wirkte schließlich als Studienrat an der Linzer Lehrerbildungsanstalt. 1943 wurde er Referent in der Kulturabteilung des Reichspropagandaamtes Oberdonau. Er verfasste Theaterspiele und veröffentlichte in mehreren Zeitschriften und Sammelwerken, etwa im Linzer Literaturjahrbuch „Stillere Heimat“. 1938 legte er Schriften vor, in denen er die MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten und den „Anschluss“ der „Ostmark“ ans Deutsche Reich aus der Sicht der Sieger darlegt.

Detailinformationen ausblenden


Julius Zerzer

Julius Zerzer (1889–1971)

Mehr erfahren

Julius Zerzer (1889–1971)
Zerzer war aus Mureck gebĂŒrtig, wuchs in der Obersteiermark auf und studierte in Graz Germanistik und Anglistik. 1914 kam er nach Linz und arbeitete als Lehrer an der Realschule in der Fadingerstraße. Vorher schon versuchte er sich als Schriftsteller. Beim Ausbruch des 1. Weltkrieges meldete er sich mit der „Kriegsmesse 1914“ zu Wort, nach 1918 schrieb er ErzĂ€hlungen.
In den 1920er und 1930er Jahren machte sich Zerzer als Lyriker einen Namen. Sein großes literarisches Vorbild war Stifter, mit dem er sich literarisch und in AufsĂ€tzen auseinandersetzte. Bei den Nationalsozialisten besaß Zerzer großes Ansehen, nicht zuletzt wegen seiner deutsch-nationalen Gesinnung.

Detailinformationen ausblenden



Ausstellungsdokumentation: "Kulturhauptstadt des FĂŒhrers. Kunst und Nationalsozialismus in Linz und Oberösterreich" im Schlossmuseum Linz vom 17. 9. 2008 bis 29. 3. 2009 - ein Kooperationsprojekt des Oberösterreichischen Landesmuseums mit Linz09 Kulturhauptstadt Europas.

© 2018