Forum OÖ Geschichte

Biografien von Künstlerinnen und Künstlern


Robert Angerhofer

Robert Angerhofer (1895, Hinterstoder–1987, Linz)

Mehr erfahren

Robert Angerhofer (1895, Hinterstoder–1987, Linz)
Robert Angerhofer studierte nach dem Dienst im 1. Weltkrieg an der Akademie der bildenden Künste in München und war anschließend als freischaffender Zeichner und Maler tätig.
Als einer von nur wenigen oberösterreichischen Künstlern nahm er bereits 1937 an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München teil. Sein neusachlicher Stil und die von ihm bevorzugten Sujets Bauerntum, Kriegs- und Frauendarstellungen machten ihn auch in der NS-Zeit zum anerkannten Künstler. 1941 erhielt er den Gaukulturpreis. Nach 1945 geriet Angerhofer weitgehend in Vergessenheit.

Detailinformationen ausblenden


Margret Bilger

Margret Bilger (1904, Graz–1971, Schärding)

Mehr erfahren

Margret Bilger (1904, Graz–1971, Schärding)
Margret Bilger besuchte in den 1920er Jahren die Kunstgewerbeschulen in Graz, Stuttgart und Wien. Die Künstlerin widmete sich vorwiegend der Grafik und Glasmalerei. 1939 übersiedelte sie nach Taufkirchen an der Pram und lebte ähnlich wie Alfred Kubin, mit dem sie in engem Kontakt stand, dort sehr zurückgezogen.
Trotz ideologischer Distanz zum Nationalsozialismus konnte sie auch während der NS-Jahre ausstellen, so zum Beispiel 1944 im Oberösterreichischen Landesmuseum gemeinsam mit Vilma Eckl und Margarete Pausinger.
In der Nachkriegszeit entstanden zahlreiche Arbeiten in Zusammenarbeit mit den Glasfensterwerkstätten des Stiftes Schlierbach.

Detailinformationen ausblenden


Wilhelm Dachauer

Wilhelm Dachauer (1881, Ried im Innkreis–1951, Wien)

Mehr erfahren

Wilhelm Dachauer (1881, Ried im Innkreis–1951, Wien)
Wilhelm Dachauer erhielt nach einer handwerklichen Schulung seine Ausbildung zwischen 1899 und 1909 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Der erste große Erfolg gelang ihm 1913 in der Secession mit Gemälden, die Motive einer ländlichen Idylle thematisieren. Seit 1927 war er Professor an der Wiener Akademie, wobei seine Berufung aufgrund seiner künstlerischen, aber auch politisch-deutschnationalen Gesinnung nicht unumstritten war.
Dachauer gehörte seit 1937 dem „Bund deutscher Maler Österreichs“ an und war bis 1944 mehrmals bei den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München vertreten. Aufgrund seiner Parteimitgliedschaft verlor er 1945 seine Professur in Wien. Nach seinem Tod 1951 wurde er in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof begraben.

Detailinformationen ausblenden


Vilma Eckl

Vilma Eckl (1892, Enns–1982, Linz)

Mehr erfahren

Vilma Eckl (1892, Enns–1982, Linz)
Die Malerin und Zeichnerin Vilma Eckl erhielt ihre prägende Ausbildung in der Malschule Matthias Mays in Linz und entwickelte einen eigenen, „farbgraphischen“ Stil. 1944 stellte die in der NS-Zeit nicht favorisierte Künstlerin gemeinsam mit den Kolleginnen Margret Bilger und Margarete Pausinger im Oberösterreichischen Landesmuseum aus. 1946 erhielt Eckl den Kulturpreis des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz. Die Künstlerin war Mitglied in der Künstlervereinigung MAERZ.

Detailinformationen ausblenden


Fritz Fröhlich

Fritz Fröhlich 1910, Linz–2001, Linz)

Mehr erfahren

Fritz Fröhlich 1910, Linz–2001, Linz)
Der Linzer Fritz Fröhlich studierte in den 1930er Jahren an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Mit der Verleihung des österreichischen Staatspreises 1937 avancierte er zu einem der bekanntesten bildenden Künstler Oberösterreichs. Die von Fröhlich bevorzugten Sujets aus dem Bauernleben machten ihn auch im Nationalsozialismus zu einem anerkannten Künstler.
Nach 1945 vollzog Fröhlich einen radikalen künstlerischen Bruch und entwickelte einen eigenständigen Stil, der den Menschen in seiner narrativen Vielfalt zum Thema hatte.
Zu seinen Nachkriegswerken zählen die Fresken im Linzer Landestheater und in der 1965 wiedererrichteten Synagoge.

Detailinformationen ausblenden


Alfred Kubin

Alfred Kubin (1877, Leitmeritz/Böhmen–1959, Wernstein am Inn)

Mehr erfahren

Alfred Kubin (1877, Leitmeritz/Böhmen–1959, Wernstein am Inn)
Der Maler, Grafiker und Literat Alfred Kubin studierte nach der Jahrhundertwende in München. Er war Mitglied der expressionistischen Münchner Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ und avancierte mit seinem grafischen Werk zu einem der bedeutendsten Künstler seiner Zeit. 1906 übersiedelte er nach Zwickledt im oberösterreichischen Innviertel.
Kubin passte sowohl von seiner stilistisch-künstlerischen als auch seiner privaten Haltung – er war mit einer „Halbjüdin“ verheiratet und mit zahlreichen als „entartet“ verfemten Künstlern befreundet – nicht in das offizielle Bild der NS-Kunstdoktrin und blieb dennoch sowohl beruflich als auch privat verschont. Dies dürfte sowohl auf seinen zurückgezogenen Lebensstil („innere Emigration“) als auch auf eine mögliche Protektion durch den Landesleiter der Reichskulturkammer zurückzuführen sein, stellt in jedem Fall aber eine Ausnahmeerscheinung im rigiden Verfolgungssystem nationalsozialistischer Kulturpolitik dar.

Detailinformationen ausblenden


Anton Lutz

Anton Lutz (1894, Prambachkirchen–1992, Linz)

Mehr erfahren

Anton Lutz (1894, Prambachkirchen–1992, Linz)
Anton Lutz war 1913 Gründungsmitglied der Linzer Künstlervereinigung MAERZ. 1922 bis 1923 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in München, ab 1925 war er Mitglied der Wiener Secession. Als Vertreter des österreichischen Stimmungsimpressionismus war Lutz in zahlreichen Ausstellungen der Zwischenkriegszeit vertreten.
Während der Zeit des Nationalsozialismus konzentrierte er seine Thematik auf das Bauernleben und Aktdarstellungen naturalistischerer Malweise. Als Landesleiter des „Bundes deutscher Maler Österreichs“ war er zwischen 1937 und 1944 in den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München regelmäßig vertreten.
Zwischen 1948 und 1963 war Lutz, wie schon vor 1938, Präsident des oberösterreichischen Kunstvereins.

Detailinformationen ausblenden


Margarete Pausinger

Margarete Pausinger (1880, Weyer–1956, Lambach)

Mehr erfahren

Margarete Pausinger (1880, Weyer–1956, Lambach)
Margarete Pausinger war Schülerin in den Malschulen von Michaela Pfaffinger und Matthias May in Linz und absolvierte ein Studium in Berlin. Als eines der wenigen weiblichen Mitglieder des Oberösterreichischen Kunstvereins nahm sie in der Zwischen- und auch Kriegszeit an Ausstellungen teil.
Pausinger war während der NS-Zeit Parteimitglied, 1939 denunzierte sie nachweislich einen Mitbürger wegen regimefeindlicher Aussagen. Im Jahr 2005 entbrannte deswegen in Pausingers Heimatort Lambach ein Streit über die Rolle der Ehrenbürgerin, nach der auch eine Straße benannt war. Erst nach längerer politischer und medialer Diskussion wurde die Straße umbenannt.

Detailinformationen ausblenden


Herbert Ploberger

Herbert Ploberger (1902, Wels–1977, München)

Mehr erfahren

Herbert Ploberger (1902, Wels–1977, München)
Nach einem Studium an der Kunstgewerbeschule in Wien übersiedelte der Maler Herbert Ploberger 1927 nach Berlin. Der neusachliche Maler wandte sich zunehmend dem Gebiet des Bühnenbilds und der Bühnenausstattung zu.
In der NS-Zeit war er vorwiegend als Filmausstatter für die Produktionsfirmen UFA, Tobis und Terra tätig. 1944/45 entstand im Eindruck des Bombardements von Berlin eine Serie von Gemälden, zu der auch das Bild Augenstation gehört. Seine Arbeit als Kostüm- und Bühnenbildner konnte Ploberger auch nach 1945 erfolgreich weiterführen.

Detailinformationen ausblenden


Carl Anton Reichel

Carl Anton Reichel (1874, Wels–1944, Wien)

Mehr erfahren

Carl Anton Reichel (1874, Wels–1944, Wien)
Nach eigenen Angaben war der Grafiker Carl Anton Reichel als Künstler Autodidakt. Er lebte mit seiner Familie seit 1917 am „Edelhof“ in Micheldorf, wo er eine künstlerische Boheme um sich scharte und sich mit Themen der Esoterik und Mystik beschäftigte. Er hatte enge Verbindung zum bayerischen Kronprinzen Rupprecht sowie zur aufsteigenden Hitlerbewegung in München, zwischen denen er vermitteln wollte.
Trotz anfänglicher Begeisterung für die NSDAP geriet Reichel in Opposition zum NS-Regime. Er wurde 1938 in Wien verhaftet und nach Dachau bzw. Buchenwald verbracht. Offenbar über Protektion eines Bekannten kam er wieder frei. Seine Kunst galt offiziell nie als „entartet“.

Detailinformationen ausblenden


Rudolf Steinbüchler

Rudolf Steinbüchler (1901, Linz–1985, Eferding)

Mehr erfahren

Rudolf Steinbüchler (1901, Linz–1985, Eferding)
Rudolf Steinbüchler war Schüler der Linzer Malschule von Matthias May und studierte von 1926 bis 1933 an der Akademie der bildenden Künste in München. Nach Linz zurückgekehrt war er vor allem als Freskomaler tätig. Er arbeitete auch während der NS-Zeit an Freskenaufträgen, unter anderem für den Ennser Stadtturm. 1942 erhielt Steinbüchler den Gaukulturpreis, blieb jedoch politischen Annäherungen fern. In den 1950er Jahren ließen noch zwei große Freskenaufträge die Kontinuität im Werk erkennen. Ab den 1960er Jahren trat Steinbüchler kaum mehr mit Werken in Erscheinung.

Detailinformationen ausblenden


Aloys Wach

Aloys Wach (1892, Lambach–1940, Braunau)

Mehr erfahren

Aloys Wach (1892, Lambach–1940, Braunau)
Der Grafiker und Maler Aloys Wach war bis in die 1920er Jahre in Paris, Berlin und München tätig, wo er sich mit den Strömungen des Kubismus und Expressionismus auseinandersetzte. In München war Wach nach dem Ersten Weltkrieg in der sozialistischen Räterepublik engagiert. Nach seiner Rückkehr nach Oberösterreich war der Mitbegründer der Innviertler Künstlergilde. 1924 entstand sein Zyklus zu den Oberösterreichischen Bauernkriegen.
Insbesondere auf dieses Werk nahm die NS-Kunstpolitik Bezug, von seinem expressionistischen Frühwerk distanzierte sich Wach.

Detailinformationen ausblenden


Autorin: Michaela Nagl


Ausstellungsdokumentation: "Kulturhauptstadt des Führers. Kunst und Nationalsozialismus in Linz und Oberösterreich" im Schlossmuseum Linz vom 17. 9. 2008 bis 29. 3. 2009 - ein Kooperationsprojekt des Oberösterreichischen Landesmuseums mit Linz09 Kulturhauptstadt Europas.

© 2018