Forum O√Ė Geschichte

Zwischen Einbindung und Ausgrenzung

519.000 Frauen lebten in Ober√∂sterreich zur Zeit der nationalsozialistischen Macht√ľbernahme. Besonders in l√§ndlichen Gebieten √ľbertrafen sie die Zahl der M√§nner betr√§chtlich. An diese Frauen wandte sich die NS-Propaganda mit einem attraktiven Identit√§tsangebot, mit Ehestandsdarlehen, Kindergeld und Arbeitspl√§tzen. Trotz der strikten Trennung der Geschlechterrollen sollte sich die Frau als Teil der Volksgemeinschaft begreifen.

Dennoch galt die Einbindung in das System nicht f√ľr alle Frauen. Viele wurden von vornherein aus rassischen, sozialen oder politischen Gr√ľnden ausgegrenzt. Frauen in Oberdonau: Das sind nicht nur die organisierten Nationalsozialistinnen und die politisch unauff√§lligen Frauen, sondern auch die J√ľdinnen, Romnis, Sintizas und Zwangsarbeiterinnen, die weiblichen Sterilisationsopfer und Widerstandsk√§mpferinnen oder die √ľber 4000 weiblichen H√§ftlinge im KZ Mauthausen. Die Lebenssituationen all dieser Gruppen unterschieden sich betr√§chtlich.

Sofern nicht in anderen Kapiteln mitber√ľcksichtigt, werden einige dieser Gruppen in der Folge behandelt.


Aus: Goldberger, Josef - Cornelia Sulzbacher: Oberdonau. Hrsg.: Oberösterreichisches Landesarchiv (Oberösterreich in der Zeit des Nationalsozialismus 11).- Linz 2008, 256 S. [Abschlussband zum gleichnamigen Forschungsprojekt des Oberösterreichischen Landesarchivs 2002-2008.]

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