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Ehrenkreuz der Deutschen Mutter (Mutterkreuz)

Vitrine: Ehrenkreuz der Deutschen Mutter / Miniaturkreuz / Anstecknadeln
Das Mutterkreuz wurde 1938 als Auszeichnung in Form eines Ordens von der NSDAP gestiftet. Es sollte eine Ă€hnliche Funktion fĂŒr die MĂŒtter erfĂŒllen wie das Eiserne Kreuz fĂŒr die Soldaten, in dem es einen Ehrenplatz in der Volksgemeinschaft symbolisierte. Die kinderreiche Mutter wurde fĂŒr ihren Einsatz von „Leib und Leben“ bei der Geburt und Kinderaufzucht ausgezeichnet. Adolf Hitler bezeichnete die Mutterschaft als das „Schlachtfeld“ der Frau.

Wie bei militÀrischen Orden gab es das Mutterkreuz in verschiedenen Stufen. Die Wertigkeit war nach der Anzahl der Kinder gegliedert: ab vier Kinder: Bronze, ab sechs Kinder: Silber, ab acht Kinder: Gold.

Das Mutterkreuz wurde nur an reichsdeutsche MĂŒtter verliehen, die einen „Ariernachweis“ vorlegen konnten und deren Kinder als „erbgesund“ galten. Das Mutterkreuz konnte nach Bekanntwerden eventueller „rasseideologischer MĂ€ngel“ auch wieder entzogen werden.

Ehetauglichkeitszeugnisse

Eheunbedenklichkeitsbescheinigung, Wels 1942
AnlĂ€sslich des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich wurde das nationalsozialistische Ehegesetz eingefĂŒhrt, dass die Eheschließung zwischen "Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes" verbot, ebenso die außereheliche geschlechtliche Beziehung. Das Ehegesundheitsgesetz verlangte Ehetauglichkeitszeugnisse fĂŒr die Brautleute und schloss Menschen mit bestimmten Krankheiten von der Ehe aus.

AhnenpÀsse

Ein Ahnenpass war eine wichtige Voraussetzung fĂŒr den Ariernachweis, den jeder BĂŒr-ger/jede BĂŒrgerin des Deutschen Reiches zu erbringen hatte, seit durch die NĂŒrnberger Gesetze das volle BĂŒrgerecht (ReichsbĂŒrgerschaft) ausschließlich an BĂŒrgerInnen mit „deutscher oder artverwandter Abstimmung“ verliehen wurde. Ein vollstĂ€ndiger, amtlich und/oder kirchlich beglaubigter Ahnenpass ersetzte die sonst geforderten Geburts-, Tauf- und Trauungsurkunden. Mit diesem Vorgehen wurden die Juden nicht nur wirtschaftlich ausgegrenzt, sondern auch zu BĂŒrgerInnen minderen Rechts degradiert.


"WELS 1938". Ausstellung des Stadtarchivs und des Stadtmuseums Wels vom 5. Juni bis 27. Oktober 2013 im Stadtmuseum Wels - Burg.

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