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Ausbruch des 2. Weltkrieges – Eine Bilanz


NS-Deutschland steuerte auf den Krieg zu: Seit 1936 wurde die Wirtschaft und die Staatsplanung auf einen Kriegsausbruch ausgerichtet. Gelang der Anschluss Österreichs und die Angliederung der Sudetengebiete (MĂŒnchner Abkommen 29./30. September 1938) noch ohne Eskalation, war das Risiko bei der Besetzung der „Rest-Tschechei“ am 15. MĂ€rz 1939 schon wesentlich grĂ¶ĂŸer. Trotzdem wurde Schritt fĂŒr Schritt weiter vorgegangen.
Ab MĂ€rz 1938 wurde auch die „Ostmark“ immer stĂ€rker in die Kriegsvorbereitungen integriert. So wurden in Wels vor allem der Verschiebebahnhof (Terminal) als wichtiger Verkehrsweg, der Flughafen sowie die Wehrmachtlogistik ausgebaut und die Truppen verstĂ€rkt, aber auch die Betriebe so umstrukturiert, dass viele davon wehrwirtschaftlich genutzt werden konnten. Außenpolitisch wurde mit dem Hitler-Stalin-Pakt (Aufteilung Polens) am 24. August 1939 der Weg fĂŒr die Ostexpansion freigemacht.

Am 1. September 1939 ĂŒberschritt die deutsche Wehrmacht die Grenze zu Polen – ohne vorherige KriegserklĂ€rung. Die NS-Propaganda „verkaufte“ der Bevölkerung diese Aggression als Antwort auf mehrere angebliche GrenzvorfĂ€lle und andere manipulierte ZwischenfĂ€lle, wie den Überfall auf den Sender Gleiwitz.

Viele Welser wurden in die deutsche Wehrmacht eingezogen - vor allem Stalingrad (bis 2. 2. 1943) wurde zum Trauma fĂŒr die Angehörigen. Ab dem Mai 1944 wurde Wels auch in die direkten Kriegsauswirkungen hineingezogen. Am 30. Mai fielen die ersten Bomben auf Wels, 11 weitere Angriffe sollten folgen. Insgesamt wurden dabei 293 GebĂ€ude total und 311 schwer beschĂ€digt, von den ca. 10.000 Wohnungen wurden dabei 1.072 komplett zerstört, 6.928 sehr schwer bis mittelschwer beschĂ€digt. 22,14 % des Wohnraumes wurden dabei vernichtet. Ein Drittel der Welser Betriebe – davon alle grĂ¶ĂŸeren Unternehmen – waren massiv von den BombenschĂ€den betroffen.

Noch schwerer traf Wels aber der Verlust an Menschenleben: Bombenopfer, Soldaten, Kriegsgefangene, KZ-Insassen, WiderstandskĂ€mpfer – AuslĂ€nder wie InlĂ€nder. Insgesamt forderten der Terror des NS-Regimes und der Krieg mehr als 2.700 Opfer, davon mehr als 1.000 in Wels wohnhaft, die vielen an Leib und Seele VerstĂŒmmelten nicht eingerechnet.


"WELS 1938". Ausstellung des Stadtarchivs und des Stadtmuseums Wels vom 5. Juni bis 27. Oktober 2013 im Stadtmuseum Wels - Burg.

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