Forum OÖ Geschichte

Das Jahr 1938 - Ausgrenzen: Verschobene Grenzen


Der Einmarsch

12. März 1938
Vom Armeekommando in Mühldorf aus bewegt sich der riesige Tross des Reichsführers in Richtung Braunau. In seiner Geburtsstadt wird Hitler frenetisch umjubelt. Die Einheiten der 8. deutschen Armee nähern sich über das Innviertel und das Traunviertel der Landeshauptstadt Linz. Der Einmarsch eines deutschen Bataillons ins Mühlviertel erfolgt von Passau und Wegscheid aus.

12. März: Hitler in Linz
Als Adolf Hitler kurz nach 19 Uhr beim Rathaus eintrifft, wird er von den jubelnden Menschenmassen empfangen.
Dr. Seyß-Inquart spricht in seiner Begrüßungsrede von einem „volksdeutschen Reich der Ordnung, das nun kommen werde ...“
Während sich Hitler feiern lässt, dringen SA-Kommandos in jüdische Geschäfte ein, plündern, zerstören und quälen die Besitzer, weitere Verhaftungen werden vorgenommen.

Machtübernahme und Wiedervereinigung
Am 13. März wird im Hotel Weinzinger, in dem Hitler abgestiegen ist, die äußere Form des sogenannten Anschlussgesetzes festgelegt.
Unmittelbar nach der braunen Machtübergreifung in Österreich werden die oberösterreichischen Gemeindetage aufgelöst und alle einflussreichen Posten mit Nationalsozialisten besetzt. Die Gauleitung unter Gauleiter und Landeshauptmann August Eigruber erlässt bereits mit 14. März Verfügungen für eine nationalsozialistische Neuordnung. Die neuen Kreisleiter bestimmen über Vorschlag des Ortsgruppenleiters die nunmehrigen Bürgermeister, eine totale Machtausübung, die sich letzten Endes auf jedes kleine Dorf dramatisch auswirkt.



Dokumentation der Sonderausstellung "Das Jahr 1918 – Begrenzen: Zwei neue Staaten, eine Grenze" vom 14. April bis 27. Mai 2018 im Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt.

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