Forum OÖ Geschichte

Ahnenburg und Theaterkulisse


Burgen waren bis zur Aufhebung der Grundherrschaft 1848 Verwaltungs- und Herrschaftsmittelpunkte, danach fehlten vielen Adeligen die Einnahmequellen zur weiteren Erhaltung. Viele Burgen wurden aufgegeben, Teilbereiche als Wohnungen vermietet oder öffentliche Einrichtungen wie Schulen in den alten Mauern untergebracht.

Gleichzeitig aber stieg seit dem spĂ€ten 18. Jahrhundert ausgehend von England das Interesse an mittelalterlichen Burgen als Symbolen fĂŒr VergĂ€nglichkeit und eine ruhmvolle Vergangenheit. Im 19. Jahrhundert betonten manche durch das aufsteigende BĂŒrgertum bedrĂ€ngte Adelige ihre „AltehrwĂŒrdigkeit“ mit der Renovierung ihrer „Ahnen- und Stammburgen“ mit neoromanischen und –gotischen Elementen. Finanzstarke BĂŒrger taten es ihnen gleich, kauften Burgen oder bauten Villen im „Burgenstil“.

Mit der zunehmenden Demokratisierung im 20. Jahrhundert grĂŒndeten sich lokale Burgenvereine zur Erhaltung und ĂŒberwiegend kulturellen Nutzung von Burgen. Das Interesse ist bis heute ungebrochen: Burgen und Ruinen sind Ausflugsziele, Veranstaltungsorte und Schauplatz fĂŒr Rollenspieler und Mittelalter-Reenactor-Gruppen.


Der Rundgang basiert auf der Dauerausstellung im Oö. Burgenmuseum Reichenstein in Tragwein, das am 21. April 2013 eröffnet wurde.

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