Forum OÖ Geschichte

Die Amtsstube


Ab dem spĂ€ten Mittelalter schickten immer mehr adelige Familien ihre Söhne zur Ausbildung an UniversitĂ€ten fĂŒr eine spĂ€tere Karriere im Verwaltungsdienst der FĂŒrstenhöfe. Die gebildeten jungen Adeligen wendeten ihre Kenntnisse des römischen Rechtssystems und der modernen italienischen und französischen Verwaltungsstrukturen auch auf den LandgĂŒtern ihrer Familien an. Sie erließen Hofinstruktionen fĂŒr das Personal und legten detaillierte Abgabeverzeichnisse und RechnungsbĂŒcher in wohlgeordneten Archiven an. GrĂ¶ĂŸere GĂŒter beschĂ€ftigten einen eigenen Schreiber fĂŒr Verwaltungsarbeiten.

Manche Burgen, wie zum Beispiel Windhaag, verfĂŒgten sogar ĂŒber eine eigene Druckerei. Dort wurde allerdings mehrheitlich protestantische Literatur und Propaganda gedruckt und weniger Verwaltungsschriften. Ein Großteil des österreichischen Adels bekannte sich im 16. Jahrhundert zum evangelischen Glauben. Die Bibliothek wurde zu einem wichtigen Bestandteil adeliger LebensfĂŒhrung.


Der Rundgang basiert auf der Dauerausstellung im Oö. Burgenmuseum Reichenstein in Tragwein, das am 21. April 2013 eröffnet wurde.

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