Forum O√Ė Geschichte

√Ėsterreich-Ungarn an allen Fronten


Die kaiserlichen Streitkräfte mussten an mehreren Kriegsschauplätzen kämpfen. Sie standen im Osten gegen Russland, am Balkan gegen Serbien, in den Alpen und am Isonzo gegen Italien und an der Adria im Einsatz.

Die Marine sah ihr Aufgabengebiet haupts√§chlich im Schutz von Triest und der Dalmatinischen K√ľste und griff nur selten in die K√§mpfe ein. Kleinere Einheiten k√§mpften im Osmanischen Reich, vor allem in Pal√§stina, sowie an der deutschen Westfront.

Der wichtigste Kriegsschauplatz war im Osten der Monarchie, wo die Armeen des Kaisers dem zaristischen Russland gegen√ľberstanden. Gegen die Russen erlitten die kaiserlichen Streitkr√§fte in den Karpaten und Galizien enorme Verluste an Menschen und Material, von denen sie sich nie mehr erholen sollten. Teile von Galizien wurden vom Gegner besetzt und nur mit deutscher Hilfe gelang es die Russen zur√ľckzudr√§ngen. Damit kam √Ėsterreich-Ungarn immer mehr in Abh√§ngigkeit des Deutschen Reiches, aus der es sich bis Kriegsende nicht mehr l√∂sen konnte. Erst in der Folge der Schw√§chung Russlands durch die Revolution von 1917 gelang die vollst√§ndige R√ľckeroberung der verlorengegangenen Gebiete. Durch den Frieden von Brest-Litowsk im M√§rz 1918 schied der Nachfolger des Zarenreiches, die junge Sowjetunion, aus dem Krieg aus.

Eine zweite kleinere Front eröffneten die kaiserlichen Streitkräfte gegen Serbien, doch mussten sie im Jahr 1914 gegen die viel kleinere serbische Armee herbe Niederlagen einstecken. Erst 1915 gelang mit Hilfe der deutschen und bulgarischen Armee die Besetzung Serbiens und Montenegros. Die Front wurde sogar bis nach Albanien ausgedehnt. Rumänien trat im Sommer 1916 an der Seite der Entente in den Krieg ein, doch wurde in einem konzentrierten Feldzug der Mittelmächte bis Dezember des Jahres das Land besiegt.

Im Fr√ľhjahr 1915 trat das K√∂nigreich Italien auf der Seite der Alliierten in den Krieg ein ‚Äď vor allem die Gebietsversprechungen der Ententem√§chte hatten das Land dazu bewogen. Dieses als ‚ÄěVerrat‚Äú bezeichnete Verhalten l√∂ste in √Ėsterreich-Ungarn gro√üe patriotische Emotionen aus. Von der Schweizer Grenze bis nach Slowenien bildete sich eine Front, die sich zum Teil bis in das Hochgebirge hineinzog.

Trotz enormem Menschen- und Materialeinsatz gelang es den Italienern in zehn der zw√∂lf "Isonzoschlachten" bis 1917 nicht die Front zu durchbrechen. Im Oktober 1917 gingen die kaiserlichen Streitkr√§fte mit deutscher Hilfe zur zweiten Offensive an diesem Kriegsschauplatz √ľber ("Durchbruch von Karfreit") und dr√§ngten die Italiener bis zum Piave zur√ľck. Der Versuch im Sommer 1918 den Fluss zu √ľberqueren scheiterte und die italienische Armee ging mit massiver Hilfe der Entente Ende Oktober 1918 zur Gegenoffensive √ľber, die die √Ėsterreicher nach Norden zur√ľckdr√§ngte.

Danach war √Ėsterreich-Ungarn, das sich, so wie auch die Streitkr√§fte, bereits in Aufl√∂sung befand, gezwungen, um Waffenstillstand zu bitten ("Waffenstillstand von Villa Giusti" am 3. November 1918).


Dokumentation zur Ausstellung "Weyer und der Große Krieg" im Ennsmuseum Weyer, Museumssaison 2014 und 2015.


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