Forum O├ľ Geschichte

Briefverkehr mit der Heimat - Feldpostbriefe


Die Feldpost nahm im Ersten Weltkrieg einen besonderen Stellenwert ein und ein besonderes Ausma├č an, stellte sie doch die einzige M├Âglichkeit dar, den Kontakt zwischen den Soldaten im Felde und den Daheimgebliebenen aufrechtzuerhalten. Es erforderte eine umfangreiche Logistik, den Versand von Millionen von Briefen bew├Ąltigen zu k├Ânnen, eigene ├ämter wurden daf├╝r eingerichtet. Die Feldpost stellte einen wichtigen Faktor zur moralischen Unterst├╝tzung der Soldaten dar, gleichzeitig war sie ein wichtiges Mittel, um die Familie davon zu unterrichten, dass man noch am Leben war.

Strenge Zensur sollte verhindern, dass Details ├╝ber milit├Ąrische Aktionen weitergegeben wurden, bei bestimmten strategischen Man├Âvern wurde ├╝berhaupt eine Postsperre verh├Ąngt. [EK]

Bei den Feldpostkarten selbst ist zu unterscheiden zwischen Vordrucken, die mit vorgefertigtem Text versehen waren und kaum M├Âglichkeit f├╝r pers├Ânliche Worte boten (diese wurden unter anderem den Kriegsgefangenen zur Kontaktaufnahme mit ihren Familien zur Verf├╝gung gestellt) und zwischen Farblithografien mit den vielf├Ąltigsten Propagandamotiven. Eine Auswahl davon zeigte das Heimathaus-Stadtmuseum Perg im Rahmen seiner Sonderausstellung. [EK]

Liebe Schw├Ągerin!

Danke dir vielmals f├╝r Deine letzte freundliche Nachricht. Ist mir ein schwerer Stein vom Herzen gefallen. Wenn das wirklich auf Wahrheit beruht ist Er wenigstens gerettet mit seinem Leben wenngleich Er sich in Gefangenschaft befindet. Nochmals dankend Deinen trostreichen Zeilen gr├╝├čt Dich
Dein Schwager Rudolf.


Vorderseite: Ging ich nicht umsonst Wahlfahrten verflossene Sonntag.


Liebe Schw├Ągerin!

Linz, am 4.3. 1915
Hab Dir ja doch (noch) immer Deinen letzten Brief, wo du Deine Kleinm├╝tigkeit und Verzagheit so recht bekannt hast, nicht beantwortet...

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Linz, am 4.3. 1915
Hab Dir ja doch (noch) immer Deinen letzten Brief, wo du Deine Kleinm├╝tigkeit und Verzagheit so recht bekannt hast, nicht beantwortet. Mu├čt daher verzeihen, vergessen tu ich nicht auf Dich. Freu mich, das meine Trostworte in Erf├╝llung gingen und Dein zerschmettertes Herz wieder aufgerichtet ist.
Mit herzlichem Gru├č,
Dein aufrichtiger Schwager Rudolf

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Lieber Gatte!

Indem es schon 8 Tag wird, da ich von Dir Schreiben erhielt und Dich um b. Antwort gebeten habe, so wei├č ich nicht, was das f├╝r eine Bedeutung hat, das ich so lang kein Schreiben von Dir nicht erhielt...

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Indem es schon 8 Tag wird, da ich von Dir Schreiben erhielt und Dich um b. Antwort gebeten habe, so wei├č ich nicht, was das f├╝r eine Bedeutung hat, das ich so lang kein Schreiben von Dir nicht erhielt. Hast den Deine Familie schon vergessen? Ich warte alle Tag auf Dich oder auf eine Antwort. Ging schon 2 mal auf die Bahn. Aber leider alles ist vergebens. Es kommt kein Vatter und keine Antwort. Bitte um recht b. Antwort. Bin ganz verzagt ├╝ber das. W├Ąre neugierig ├╝ber alles.

Herzlichen Gru├č u. K. von deiner Familie Mutter samt Kinder. Bitte um Antwort. Lebe wohl auf b. Wiedersehn.

Mittwoch hab ich Dir sofort Antwort zur├╝ckschrieben. Auf deine Karte.

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Liebes Weib!

23.6. 1916
Ich habe Deinen Brief mit Freuden erhalten. Heute Fronleichnamstag muss ich fahren. So schreib ich Dir nun Karte als Antwort zur├╝ck...

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23.6. 1916
Ich habe Deinen Brief mit Freuden erhalten. Heute Fronleichnamstag muss ich fahren. So schreib ich Dir nun Karte als Antwort zur├╝ck. Ich bin gesund, was ich auch von Euch hoffe. Neues wei├č ich jetzt nicht! Wir haben immer Regen, schlechtes Wetter. Auch bitte ich Dich, schreib mir bald Wieder ein paar Zeilen. Sei ohne Sorgen ├╝ber mich, es wird sich noch ausgehen mit Gottes Hilfe.
Es gr├╝├čt und k├╝├čt Dich u. Kinder tausendmal
Dein Johann
Sei brav.

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Bester Freund!

Donnerstag, 2. 8. 1917
Habe mit Dank gestern Deine zweite Karte erhalten. Auch ich hab Dir schon eine geschickt, hoffe, da├č Du sie noch erhalten wirst haben, oder m├╝├čte zu viel hineingeschrieben haben...

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Donnerstag, 2. 8. 1917
Habe mit Dank gestern Deine zweite Karte erhalten. Auch ich hab Dir schon eine geschickt, hoffe, da├č Du sie noch erhalten wirst haben, oder m├╝├čte zu viel hineingeschrieben haben. (Anm.: Zensur!) Wir sind noch so beisammen, wie wir fr├╝her waren bei unsere Muli. Besch├Ąftigung haben wir immer genug. M├Âchte Dir w├╝nschen, da├č Du Verl├Ąngerung bekommst. Um Herrn Baum ist wirklich schade. Richte mir einen Gru├č aus an ihn, wennst mit ihm zu sprechen kommst und sage ihm er soll mir auch die Enthebung bald schicken. Lasse dirs also recht gut gehen und schreibe wieder einmal.
Viele Gr├╝├če,
Dein Kolleg Lettner

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K.K. zensuriert

28. 10. 1917
Geehrtes Fr├Ąulein Anschi!
Wie geht es in ... Arbing zu? Ist man schon eingeschlafen, da man nichts h├Ârt mehr von dort...

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28. 10. 1917
Geehrtes Fr├Ąulein Anschi!
Wie geht es in ... Arbing zu? Ist man schon eingeschlafen, da man nichts h├Ârt mehr von dort. Denn etwas Neuigkeit erfreut man sich zu h├Âren von dem l. Heimatland.
Die besten Gr├╝├če an Dich und Deinen Bruder.
G. Lichtenberger G.B. 125 Fp.396

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"Gold gab ich f├╝r Eisen. Das Leben der Landbev├Âlkerung unter den Auswirkungen des 1. Weltkrieges." Eine Dokumentation zur Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg vom 5. Mai bis 26. Oktober 2014.

 

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