Forum OÖ Geschichte

Auszüge aus dem Kriegskochbuch


von Frau Birngruber, Tragwein (Mutter von Gertrude Lehner), 1912 – 1915

1. Kriegsbrot

½ kg Roggen- oder Gerstenmehl, ¼ kg Weizenmehl, ½ kg Maismehl, ¼ l Milch, ¼ l Wasser, Salz, 2 dkg Germ, Anis und Fenchel werden gut verarbeitet. Das Ganze zu Wecken formen, gehen lassen und backen.


2. Kriegsbrot

5 dkg Fett, ¼ l Milch, Salz, 2 dkg Germ, 1 gehäufter Eßlöffel Zucker, 20 dkg Maismehl, 25 – 28 dkg Gerstenmehl, gut verarbeiten, langsam gehen lassen und backen.


3. Kriegsbrot

1 kg schwarzes Mehl, ¼ kg Weizenmehl, ½ l Milch, 3 dkg Germ, 1 Löffel Zucker, ½ Löffel Schweinefett und etwas Wasser, daraus bekommt man 2 Striezel. Läßt sie langsam gehen und bäckt sie ¾ Stunden bei mäßiger Hitze.


Soldaten-Zwieback

1 ½ l Mehl, und zwar zur Hälfte Weizenmehl und zur Hälfte Gerstenmehl, 4 dkg Germ, 7 dkg Zucker, 1 Löffel gestoßener Anis, Salz, 7 dkg Fett, 1 Ei, und lauwarme Milch. Dies wird zu einem festen Teig geknetet, bis er Blasen bekommt, dann ¼ Stunde rasten lassen, hierauf 2 – 3 Wecken formen, auf dem Blech gehen lassen und backen. Am andern Tag in Scheiben schneiden, in Vanillezucker walzen und bähen. 


Kartoffelbrot als Kaffeegebäck

30 dkg Weizenmehl, 30 dkg Maismehl, 30 dkg Kartoffeln, 3 dkg Germ, 1 Ei, ¼ l Milch, 5 dkg Zucker, 3 dkg Fett, Zitronenschale, Rum, Salz. Aus den Mehlen, gebratenen und passierten Kartoffeln, einem Dampferl, Milch, Ei, Zucker, zerlassenem Fett, Salz, Rum, Zitronenschalen wird ein Teig vermengt, den man gut abschlägt, in eine bestr. best. Form gibt, langsam gehen lässt, und im Rohr bäckt. Man kann auch Rosinen darunter mischen.


Hindenburg-Torte aus Kartoffelmehl

4 Eier, 25 dkg Staubzucker, 15 dkg Kartoffelmehl, 7 dkg Marmelade, 2 Eßlöffel Rum, 2 Messerspitzen Backpulver, Fett und Brösel zur Form, Zucker zum Eis. Man rührt die Dotter und den Zucker, mengt dann Rum und Marmelade sowie den festen Schnee von 3 ½ Eiweiß dazu, fügt das Kartoffelmehl löffelweise bei, verrührt dies leicht und gibt zum Schluß das Backpulver dazu. Gibt dann die Masse in eine bestr. bst. Tortenform, bäckt sie bei mäßiger Hitze und übergießt sie mit Eis oder bestreicht sie mit Marmelade. 


"Gold gab ich für Eisen. Das Leben der Landbevölkerung unter den Auswirkungen des 1. Weltkrieges." Eine Dokumentation zur Sonderausstellung im Heimathaus-Stadtmuseum Perg vom 5. Mai bis 26. Oktober 2014.

 

© 2018