Forum O√Ė Geschichte

Der Krieg in den Bergen

Das Kriegsalbum eines Freist√§dter Offiziers von der S√ľdfront.
Fotoausstellung mit Vergr√∂√üerungen aus dem Familien-Album im M√ľhlviertler Schlossmuseum in Freistadt

5. September bis 5. Oktober 2014

Zu Kriegsbeginn schenkte ein Freist√§dter Offizier seiner Gattin ein leeres Fotoalbum mit der Option, dass er es im Laufe der Zeit mit Bildern von seinen Erlebnissen an der Front f√ľllen werde. In den folgenden vier Kriegsjahren wurden drei Alben gef√ľllt. Einerseits sind diese fotografischen Berichte sehr pers√∂nliche Mitteilungen an die Ehefrau und an die engere Familie, andererseits sind sie Zeugnisse f√ľr ein finsteres Kapitel der europ√§ischen Geschichte. Beim Betrachten dieser Amateur-Fotos k√∂nnen wir die enormen Strapazen und Schwierigkeiten nur ann√§hernd erfassen. Insgesamt eine, wenn auch ungewollte, Illustration zur Trag√∂die ‚ÄúDie letzten Tage der Menschheit‚ÄĚ von Karl Kraus.

Konzept/Idee: Kons. Fritz Fellner
Grafische Gestaltung: Mag. David Hostinar
Die Bildlegenden stammen vom Fotografen selbst.

Zur Person des Fotografen
Die Alben stammen aus dem Nachlass von Ing. Rudolf Scharizer, dem √§ltesten Sohn des Verfassers der Freist√§dter H√§userchronik und Universit√§tsprofessors Dr. Rudolf Scharizer. Er wurde am 26. Mai 1891 in Freistadt geboren. Seine Schulzeit verbrachte er am Dienstort seines Vaters in Cernowitz, wo er auch am 1. Juli 1911 am 2. Staatsgymnasium maturierte. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Rudolf Scharizer zur Armee eingezogen und kam  im August 1915 an die Front. Am Mont San Michele machte er die 3. und 4. Isonzoschlacht mit. Auf Grund seiner Leistungen erhielt er danach die Tapferkeitsmedaillie 2. Klasse. Am 1. August 1916 wurde er zum Leutnant bef√∂rdert. Danach k√§mpfte er in den "Sieben Gemeinden". Im Herbst 1917 war er an den K√§mpfen am Monte Meletta, am Sisemol und am Col de Rosso beteiligt. Daf√ľr erhielt er die Silberne Milit√§rverdienstmedaillie am Band mit Krone und Schwertern. Das Kriegsende erlebte Scharizer mit seinen Kameraden am Tonale Pa√ü.
Nach dem Krieg setzte er seine Studien fort und konnte im Juli 1919 die Hochschule als Forstingenieur verlassen. Sein erster Posten war ein Volontariat beim Forstamt des Baron Hacklberg in Karlstift.
1920 hat er in Wien Währing die Lehrerin Martha Hula geheiratet. Am 13. August 1938 verstarb Rudolf Scharizer an einer Blutvergiftung.

Autor: Fritz Fellner


Eine Dokumentation zur Fotoausstellung "Der Krieg in den Bergen. Das Kriegsalbum eines Freist√§dter Offiziers von der S√ľdfront" im M√ľhlviertler Schlossmuseum vom 5. September bis 5. Oktober 2014. 

 

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