Forum OÖ Geschichte

Der private Sektor in Oberösterreich


Dass das Verstaatlichtendebakel auf Landesebene so rasch überwunden werden konnte, war dem privaten Sektor zu danken. Tatsächlich kam es ab 1983 zu einer auffallend divergierenden Entwicklung zwischen den verstaatlichten und dem privaten Industriebetrieben.

Kräftige Zuwachsraten verzeichneten die privaten Betriebe: allen voran die BMW-Motoren GmbH Steyr, die L. Engel KG, Schwertberg oder die J. Fischer GmbH, Ried. Die Optyl-Brillenmode international GmbH in Traun geriet Ende der 1980er Jahre immer mehr in Schwierigkeiten. Aber mit der Silhouette Modebrillen GmbH, Linz, die von A. Schmied, dem Schwiegersohn des Trauner Brillenfabrik-Gründers A. Anger gegründet worden war und 1964 die industrielle Erzeugung von Brillenfassungen und Isolierglas aufgenommen hatte, war ein weiterer Großbetrieb in diesem Marktsegment entstanden, der zum Weltmarktführer bei Sonnenbrillen aufstieg. Die Telefunken Microelectronic GmbH (Temic) hatte Produktionsstätten in Vöcklabruck, Braunau und Steyr. Die Miba/Laakirchen, aus einem 1927 als KFZ-Reparaturwerkstätte gegründeten Betrieb hervorgegangen, begann 1947 mit der Gleitlagerproduktion nach eigenem Patent und nahm 1964 die Fertigung von Formteilen aus Sintermetall auf. Verteilt auf zwei Betriebe, die Gleitlager AG und die Sintermetall AG, wuchs das Unternehmen in Weltmarktdimensionen hinein. Die Arbeitnehmerzahl überschritt 1985 die Tausendergrenze.


Autor: Roman Sandgruber, 2005

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