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Josef Asböck

Nach dem Krieg. Marchtrenk 1945-1955


Josef Asböck wurde am 20. MĂ€rz 1912 als fĂŒnftes von sechs gemeinsamen Kindern von Josef Asböck, BĂ€ckermeister und BĂŒrgermeister von Marchtrenk in der Zwischenkriegszeit, und dessen Frau Elisabeth, geb. Schmiedmaier, geboren. Sein Ă€lterer Bruder Hermann ĂŒbernahm den elterlichen Familienbetrieb. Da Josef schon in jungen Jahren ein Interesse an der Kunst entwickelt hatte, zog er Anfang der 1930er Jahre nach Wien, um an der Akademie der Bildenden KĂŒnste Bildhauerei und Malerei zu studieren. Am meisten prĂ€gte ihn wĂ€hrend seines Studiums der dort lehrende Professor Anton Hanak.

WÀhrend bzw. nach dem Studium besuchte Josef mehrmals Paris. Begeistert von dieser Stadt, spielte er mit dem Gedanken, sich lÀngerfristig dort niederzulassen.

Doch der Ausbruch des 2. Weltkrieges zwang ihn zur RĂŒckkehr. Er wurde eingezogen und war als Soldat an der Westfront stationiert. Gegen Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft. Die Offiziere der Alliierten Truppen wurden dort auf sein Talent aufmerksam. Er konnte die Bedingungen seiner Gefangenschaft durch das Malen von SoldatenportrĂ€ts verbessern.

Nach Ende der Kriegsgefangenschaft kehrte Josef in seinen Heimatort Marchtrenk zurĂŒck. 1946 verstarb sein Vater und Josef erbte das sogenannte „Haidinger-Haus“, eine ehemalige Wagnerei am damaligen Ortsrand von Marchtrenk, heute Linzer Straße 38 am Stadtplatz. Bald darauf lernte er die junge Theodora Stadlmeier aus Pasching kennen, die er heiratete. Am 12. August 1947 kam ihr Sohn Bruno zur Welt, der spĂ€ter viele Jahre als Allgemeinmediziner in Marchtrenk tĂ€tig war. Im Erdgeschoß seines Hauses richtete sich Josef ein Atelier ein. Dort entstanden viele seiner Werke.

Josef Asböck sah sich primĂ€r als Bildhauer, was auch in seiner Malerei deutlich an der PlastizitĂ€t und Körperlichkeit seiner Figuren erkennbar ist. Sein kĂŒnstlerisches Werk als Maler umfasst ein großes Spektrum, von weiblichen und mĂ€nnlichen Aktbildern, PortrĂ€ts, Landschaftsbildern bis zu Stillleben. Vereinzelt finden sich auch religiöse Motive.

Sein grĂ¶ĂŸtes religiöses Werk war die großflĂ€chige Wandmalerei der Vier Evangelisten in der alten römisch-katholischen Pfarrkirche von Marchtrenk, heute ĂŒbermalt.

Josef Asböck starb am 19. Mai 1982 in Wels.

Autorin: Mag. Regina Aspöck-Nowak, 2015


"Nach dem Krieg. Marchtrenk 1945-1955" - Dokumentation einer Ausstellung des Museumsvereins Marchtrenk - Welser Heide vom 11. bis 15. September 2015 im Volkshaus Marchtrenk.

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