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Handel und Gewerbe

Nach dem Krieg. Marchtrenk 1945-1955


Sehr viele GeschĂ€fte, die es in den ersten zehn Jahren nach dem Krieg gab, sind den meisten Marchtrenkern heute völlig unbekannt. Es fehlen jegliche Unterlagen (zum Beispiel gab es keine TelefonbĂŒcher, es existieren kaum Fotos), sodass wir auch hier auf die Erinnerungen damals junger Menschen angewiesen sind.

Es haben sich nur wenige Nachkommen von GeschĂ€ftsinhabern oder Handwerkern gemeldet, die NĂ€heres berichten konnten. Vielleicht ist diese Ausstellung der Anlass und ein Anreiz, ĂŒber die eigene Familiengeschichte nachzudenken, sie aufzuzeichnen und ErinnerungsstĂŒcke dem geplanten Marchtrenk Museum zu ĂŒbergeben, damit nicht noch mehr Geschichten und Geschichte unserer Stadt verlorengehen.

Ganz allgemein kann gesagt werden, dass die tĂ€glichen BedĂŒrfnisse der Bewohner Marchtrenks im Ort abgedeckt werden konnten. Das hing damit zusammen, dass sehr schlechte Verkehrsverbindungen bestanden, viele Menschen Arbeit und Brot hatten und gewisse Entwicklungen im Handel noch völlig unbekannt waren.


In der nachfolgenden Aufstellung wird erstmals der Versuch unternommen, die seinerzeitig (1945 – 1955) bekannten Firmen aufzulisten. Besonders hinsichtlich des Zeitraumes (Beginn und Ende), aber auch hinsichtlich der Namen wird es Fehler geben. Wir werden uns bemĂŒhen, zu gegebener Zeit eine verbesserte Auflistung zu schaffen.

LEBENSMITTELGESCHÄFTE, bei uns „Kramer“ genannt: Pucher (+ BĂ€ckerei), Althuber (+ Trafik), Wimmer, Wiesinger, KONSUM (1951, erster Selbstbedienungsladen), Königsberger (Markl), Rathmoser (+ Tischlerei), Lang (+ Tankstelle), Aigner, Hochmaier (= Obst und GemĂŒse), Göschl (+ Schreibwaren), Binder (Malzer), Ziegler

BÄCKEREIEN: Asböck, Zopf, (Pucher)

FLEISCHHAUER: Hauser, Baumgartner, Hillitzer (spÀter Schatzl)

FISCHHÄNDLER: Reder

SCHNEIDER: Blaschek, Pieringer, Kornbichler, Haas, Samhaber, Jantsch (NĂ€hzeug, Stoffe, Textilien), Gross

SCHUSTER: Lachmair, Woutschuk

TISCHLER: Kumpl, Pöstinger (+ Leichenbestattung), (Rathmoser)

SCHMIED UND SCHLOSSER: Ebner (+ Tankstelle), Eichmair, Haberfellner, GrĂŒnstaller (+ Fliesen)

SATTLER: Lehner

FRISEUR: Messerschmidt, Petz (+ Glaserei )

FAHRRAD UND MOTORRADHÄNDLER: Petz, Ebner (+ Tankstelle)

BAUMEISTER: Eichenauer

BRUNNENBAUER: Warsch

BINDER: Beisl

WAGNER: Kimeswenger

HOLZ UND KOHLENHANDEL: FreimĂŒller (spĂ€ter Seibold)

BETTWAREN, BETTFEDERN: Fremuth

ALTWAREN: Mayr (der mit dem Gockelhahn)

TRANSPORTE: Haigner, Brunnmayr

VERGNÜGUNGSBETRIEBE: Gschwandtner, Pichler

GASTRONOMIE: Pölzl, Fischer, Roitmeier, Schrangl, Ufermann, Wurm, Kumpl, Ranseder, MayrbÀurl, Mayr, Dialer (Kaffeehaus)


Vielleicht kaufen wir heute gĂŒnstiger ein, ist die Auswahl viel grĂ¶ĂŸer, die QualitĂ€t besser und doch ist Vieles verlorengegangen: Man hatte damals mehr Vertrauen zueinander, man hatte Zeit, mit anderen Kunden zu „tratschen“, erfuhr Neuigkeiten und konnte seine EinkĂ€ufe sogar „aufschreiben“ lassen.

 

Autor: Reinhard Gantner, 2015


"Nach dem Krieg. Marchtrenk 1945-1955" - Dokumentation einer Ausstellung des Museumsvereins Marchtrenk - Welser Heide vom 11. bis 15. September 2015 im Volkshaus Marchtrenk.

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