Forum O├ľ Geschichte

Moritzm├╝hle (ÔÇ×Wiesleitner- od. Pfefferm├╝hleÔÇť)

Nach dem Krieg. Marchtrenk 1945-1955


Walterstra├če 11 (Au 27)
Heutiger Besitzer: Fam. Mittermayr


Diese M├╝hle stand nicht wie f├Ąlschlicherweise oft erw├Ąhnt wird in Unterneufahrn, sondern wurde 1839 vom Besitzer des Wiesleitnergutes im Ortsteil Au erbaut.
Sie war mit 2 Mahlg├Ąngen, einem Gew├╝rzstampf und einer Vorrichtung zum Farbholzschneiden ausgestattet, die von Wasserr├Ądern betrieben wurden.

Schon 1840 starb der Besitzer in seinem Bauernhaus in Neufahrn (siehe Auszug aus der Pfarrchronik). 1 Jahr sp├Ąter wurde der Stampf von der M├╝hle getrennt und weiter unten separat gebaut.

Wann der M├╝hlenbetrieb eingestellt wurde, ist nicht bekannt. 1856 erwarb die Fam. Armbrucker das Objekt.
Von 1903 bis ca. 1936 betrieb in diesem Haus die weithin bekannte Fa. Schopf eine Metallwarenerzeugung. F├╝r den Betrieb wurde mit Hilfe eines gro├čen Wasserrades und eines Generators Strom erzeugt. Diese Anlage ist heute nicht mehr vorhanden.


Auszug aus der kath. Pfarrchronik aus dem Jahre 1840:

ÔÇ×In ┬ž 11 pag. 61 wurde der Bau einer neuen M├╝hle bemerkt. Dazu folgende Anmerkung:
Diese M├╝hle, Wiesleitner ÔÇô auch Pfefferm├╝hl genannt, in der Au Nr. 27 kam a 1839 zu Stande, mit 2 Mahlg├Ąngen und einem Gew├╝rzstampfe samt Vorrichtung zum Farbholzschneiden. Da es ohnehin M├╝hlen genug, wenn nicht zu viele schon gab, so ist diese den Nachbarn ein Dorn im Auge; denn der luth. Wiesleitner als Abgott und hochverehrtes Orakel der Lutheraner, wei├č seine Glaubensgenossen anzuziehen, und sich Mahlbauern zu verschaffen, wo dann zugleich sch├Ân bem├Ąntelte prot. Conventikel gehalten werden. Zur Gr├╝ndung dieser M├╝hle gab es folgende Veranlassung: Nachdem die Schieferm├╝hle (durch Verschwendung und Unwirtschaft veranla├čt) verkauft war, hatte der dort gewesene Werkf├╝hrer Franz Peterleitner keinen Dienst. Er w├╝nschte an dem Bachabla├č der Marchtrenkerm├╝hle einen Gew├╝rzstampf bauen zu d├╝rfen, aber wegen seinem absto├čendem Wesen lie├č sich die Marchtrenkm├╝llerin mit ihm nicht ein. Sein Scharfsinn hatte aber schon ein Wa├čergef├Ąll am Wiesleitnergrunde in der Au, n├Ąmlich im Schieferm├╝hlbach entdeckt. Er machte dem Wiesleitner den Vorschlag, und dieser war gleich dazu entschlo├čen. So wurde gebaut, aber der Erbauer hatte nicht lange seine Freude daran; denn am 7. M├Ąrz 1840 starb er in seinem Bauernhause zu Neufahrn und mit ihm ein Verleumder des Katholizismus; dies blieb Wiesleitner bis an sein Ende.
ÔÇť

Von der Moritzm├╝hle ist kein Bild erhalten.

Autor: Hans Durstm├╝ller, 1999


"Nach dem Krieg. Marchtrenk 1945-1955" - Dokumentation einer Ausstellung des Museumsvereins Marchtrenk - Welser Heide vom 11. bis 15. September 2015 im Volkshaus Marchtrenk.

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