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Erste positive Reaktionen Stalins


Moskau: Noch am 25. April 1947 äußerte sich der österreichische Außenminister Dr. Gruber über die Verhandlungen wegen der Entlassung der österreichischen Kriegsgefangenen „tief pessimistisch“. Nach Ansicht der österreichischen Delegation hatte Molotow ein „Hinausschieben der Rückführungen“ zum Ziel.

Vorbereitungen auf die Ankunft der Heimkehrer
Um die Entlassung der österreichischen Kriegsgefangenen aus den russischen Lagern voranzubringen, wurde Anfang Juli 1947 die „Zentrale Kriegsgefangenenkommission“ geschaffen, in der alle drei politischen Parteien vertreten waren. In ihrer ersten Arbeitssitzung berichtete Nationalrat Honner, dass ein Schreiben mit der Bitte um Rückführung der Österreicher an General Stalin geschickt wurde.
In einer Antwort vom 21. Juli 1947 teilte der Generalissimus den KPÖ-Abgeordneten mit, dass die Rückführung der österreichischen Gefangenen bis zum Ende des Jahres im Wesentlichen abgeschlossen sein werde.

Tatsächlich durften bis Weihnachten 1947 an die 50.000 kriegsgefangenen Österreicher aus dem Osten in ihre geliebte Heimat zurückkehren.
Ende des Jahres 1947 sagte die Sowjetführung die Freilassung jener Österreicher zu, die fälschlich als „Reichsdeutsche“ geführt wurden. Die russischen Behörden versprachen den Nachweis der Staatsbürgerschaft für diese Gefangenen entgegenzunehmen und nach Moskau weiterzuleiten.
Nach österreichischen Berechnungen befanden sich nach der Jahreswende 1947/48 noch über 9000 Österreicher in russischer Kriegsgefangenschaft.

 

Autor: Kurt Cerwenka


Dokumentation zur Ausstellung "Heimkehrer 1947" von Konsulent Kurt Cerwenka im Landeskulturzentrum Ursulinenhof, 2007.

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