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Die russischen Truppen

Als es in Urfahr heißt „die Russen kommen!“, begeben sich 249 Familien auf die Flucht: PlĂŒnderungen, Vergewaltigungen und Morde sind vor allem in den ersten Wochen an der Tagesordnung; Hilfegesuche an die FĂŒhrung verhallen ungehört.

Danach kehrt etwas Ruhe ein, wobei die MilitĂ€rverwaltung den Fokus weniger auf das Politische, sondern auf die Lösung der unmittelbaren praktischen Probleme legt. Allerdings erfolgen laut Tagebuch in Urfahr die Anordungen „nach sowjetischer Gepflogenheit bei Tag und Nacht, die ErfĂŒllungsfrist hatte nur einen Termin: sejtschas, das heißt: sofort!“

WĂ€hrend die russische Besatzung von der Bevölkerung vielfach als „das Nachkriegstrauma schlechthin“ erlebt wird, ergibt sich aus politischer Perspektive ein ganz anderes Bild: Die Sowjets haben Österreich – stĂ€rker als die anderen Alliierten − bei der Wiedererlangung seiner UnabhĂ€ngigkeit unterstĂŒtzt.


Dokumentation zur Ausstellung GETEILTE STADT. Linz 1945-1955 im NORDICO. Stadtmuseum Linz vom 17. April bis 26. Oktober 2015.

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