Forum OÖ Geschichte

Radio im Nachkriegs-Österreich


Der von den United States Forces in Austria (USFA) kontrollierte österreichische Radio-Sendergruppe RWR (Rot Weiß Rot) wird 1945 in Salzburg gegründet, bald folgen die Sendestellen Linz und Wien. In Linz wird dazu der Sender am Freinberg genutzt, gesendet wird aus dem Landhaus. 1947 erstmals live. 1950 folgt das neue Studio im Dachgeschoss des Finanzgebäudes West am Hauptplatz. Vermisstenmeldungen, Werbungen und auch bald amerikanische Musik gelangen durch das Radio in die Wohnzimmer der ÖsterreicherInnen. 1954 wird RWR-Linz aufgelassen und später vom ORF
übernommen.

Ebenfalls vom Freinberg aus sendet ab 1945 der US-Army-Sender KOFA (K-Occupation Forces of America) des von General Mark Wayne Clark gegründeten Radionetzwerks BDN (Blue Danube Networks). Ihr Ziel ist es, die amerikanischen Truppen mit Musik und Unterhaltung aus der Heimat zu versorgen. Darüber hinaus versteht sich BDN auch als „Training, Information and Education Section“ der US Army.

Die 1924 als erste österreichische Rundfunkgesellschaft gegründete RAVAG (Radio Verkehrs AG) sendet in der Nachkriegszeit österreichweit aus einem sowjetisch besetzten Teils Wien. Die Rotarmisten kontrollierten vor allem anfangs den Sender und üben in Sendungen wie Russische Stunde: Hör zu, Kollege Kritik an der österreichischen Regierung.



Dokumentation zur Ausstellung GETEILTE STADT. Linz 1945-1955 im NORDICO. Stadtmuseum Linz vom 17. April bis 26. Oktober 2015.

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