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Leben am "Vorhang"

FĂŒr viele (Ober)Österreicher galt: Am "Eisernen Vorhang" endet die Welt. Je weiter entfernt jemand von diesem Weltende lebte, desto fester verankert war die Anschauung. Die Bevölkerung der Grenzgebiete selbst sah die Sache zum Teil differenzierter. Von positiven bis skurrilen Erlebnissen mit Organen des Grenzschutzes bis zu verstörenden Beobachtungen wie der Vernichtung jener Dörfer in der Sperrzone, die als Folge der Vertreibungen von 1945-1947 bereits menschenleer waren.

Umgekehrt hatten viele der Einwohner SĂŒdböhmens eine, wenn auch nicht immer konkrete Vorstellung von Österreich als einem Land, in dem es sich besser lebte als in der kommunistischen Tschechoslowakei. Die Perspektive der GrenzschĂŒtzer schließlich, die diesem Staat dienten und von ihm zugleich instrumentalisiert wurden, mochte sich von der Wahrnehmung ihrer MitbĂŒrger kaum unterschieden haben, einen Ausweg suchten und sahen sie nicht. Stattdessen richteten sie sich in ihrer Situation ein, so gut dies möglich war.


Nach der Entmachtung der Kommunistischen Partei begann noch im Dezember 1989 der Abbau der Sperranlagen.


Der "Eiserne Vorhang". Eine Dokumentation der Dauerausstellung im Ersten Stock des Green Belt Centers in Windhaag, 2015.

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