Forum OÖ Geschichte

Das Jahr 1968 – Abgrenzen: "Prager FrĂŒhling" und "Normalisierung"


Gegenoffensive und Einmarsch sowjetischer Truppen

Die sowjetische Botschaft organisiert eine geheime kommunistische Gegenoffensive. Moskautreue ParteigĂ€nger in Prag treffen sich wöchentlich zu sogenannten „Kulturabenden“. Die Sowjetunion befĂŒrchtet ein Übergreifen der Demokratisierungsbewegung auf die Pakt-LĂ€nder. In diesen Tagen befiehlt Breschnew die Planung und DurchfĂŒhrung großer Manöver des Warschauer Paktes auf dem Boden der Tschechoslowakei. Die Spannungen zwischen den radikalen Erneuerern und den Reformgegnern steigen bedrohlich an. Diese Stimmung bringt die „neue ČSSR“ in eine gefĂ€hrliche Lage. Ende Mai appelliert Dubček im ZK-Plenum an beide Seiten, antikommunistische bzw. zu dogmatische Aktionen aufzugeben. Der Kreis um den Schriftsteller VaculĂ­k veröffentlicht daraufhin das sogenannte „Manifest der 2000 Worte“. Die Schrift fĂ€llt ein vernichtendes Urteil ĂŒber die zwanzigjĂ€hrige KP-Herrschaft. Die sowjetische FĂŒhrung fordert ein sofortiges Verbot des Dokuments. Als Dubček nicht entsprechend reagiert, zerbricht die Hoffnung auf AnnĂ€herung.


Dokumentation der Sonderausstellung Das Jahr 1968 – Abgrenzen: "Prager FrĂŒhling" und "Normalisierung" vom 8. September bis 26. Oktober 2018 im MĂŒhlviertler Schlossmuseum Freistadt.

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